
Vorträge & Diskussionen
Die Bedeutung der Kreativindustrien für materialbasierte Innovationsprozesse: from technological push to creative pull!
16. November 2009
Design Research Network, Berlin
In der Praxis machen tatsächlich einige Entwicklungen Mut, dass sich nachhaltig etwas an der Wertstellung kreativer Disziplinen ändert. Das traditionelle Innovationsverständnis bricht auf! Denn sogar Forscher fangen an, die visionären Fähigkeiten von Designern zu nutzen, um Anwendungen für neue Technologien zu entwickeln. Hier geschehen in Magdeburg, wo Designer der Laufmaschine eines Fraunhofer Instituts die Funktion eines Löschroboters gegeben haben. Autonome Maschinen die Wälder überwachen und so vor Bränden schützen. Die Wissenschaftler waren begeistert, denn ihre Entwicklung wurde mit diesem klaren Bild in der ganzen Welt diskutiert.
Ein weiteres Beispiel für die steigende Bedeutung von Designern im Innovationsprozess ist die Entwicklungsgeschichte des Stuhls "Myto“. Diesen hat der Designer Konstantin Grcic für BASF entworfen. Ziel war es ursprünglich aber nicht, einen neuen Freischwinger zu entwickeln, sondern lediglich die Funktionsweise eines neuen Nano-Zusatzes für den Kunststoff Polybutylenterephtalat (PBT), nämlich die Verbesserung der Fließfähigkeit bei der Verarbeitung, deutlich werden zu lassen. Dass dies mit einem Möbelentwurf eines bekannten Designers geschah, war ein Novum und zeigt das Umdenken vieler Produzenten.
Die Produzenten entdecken auch immer mehr, dass Designer und Architekten es sind, die in den Entwicklungsprozessen meist die Entscheidung über die Auswahl von Werkstoffen treffen und nicht mehr nur Konstrukteure und Ingenieure. Und so richten nun immer mehr Produzenten ihre Kommunikation und Werbemaßnahmen auf diese meist neuen Zielgruppen aus. Beispiel die Polycarbonatbereich von Bayer Material Science.








