
Maßgeschneiderte lebende Materialien
Engineered Living Materials Conference entwickelt sich zum Netzwerkevent für jungen Forschungsbereich
20. Juni 2022
In den USA hat sich in den letzten Jahren ein Wissenschaftsgebiet zur Nutzung organischer Wachstumsvorgänge unter dem Namen „Biofabrication“ entwickelt. Im deutschsprachigen Raum könnte man die Forschung an maßgeschneiderten „lebenden Materialien“ in einen Kontext setzen.
Lebende Materialien bestehen aus Hefen, Pilzen, Algen oder Bakterien
Vom 21.-23. Juni trifft sich eine interdisziplinäre Community bereits zum dritten Mal zur „Engineered Living Materials Conference“ in Saarbrücken. Dabei geht es um eine Klasse von Materialien, die aus einer lebenden Komponente wie Hefen, Pilzen, Algen oder Bakterien und einem Trägermaterial bestehen.
Sie können programmiert werden, so dass bestimmte Funktionen im medizinischen Bereich erfüllt werden. Dies geht auf besondere Stoffwechseleigenschaften zurück, über die die Organismen verfügen. Dabei werden verschiedenartige Stoffe produziert, angefangen von anorganischen Salzen über Metalloxide und Biopolymere bis hin zu hochwirksamen medizinischen Wirkstoffen.
Diese Fähigkeit kann genutzt werden, um technische und medizinische Materialien mit neuartigen Funktionen herzustellen, die konventionelle Stoffe nicht besitzen. Zum Eigenschaftsportfolio zählen zum Beispiel Möglichkeiten der Selbstregeneration nach Beschädigung, die flexible Anpassung an bestimmte Umweltreize oder auch die hohe Langlebigkeit.
„Ich sehe unsere Konferenz als Networking-Plattform für alle naturwissenschaftlichen Disziplinen, die an -Lebenden Materialien- arbeiten.“, erläutert Professorin Aránzazu del Campo (Wissenschaftliche Geschäftsführerin am INM – Leibniz-Institut für Neue Materialien) die Besonderheit der Konferenz.
Neben den Forschungsarbeiten sei vor allem auch die Überführung der wissenschaftlichen Erkenntnisse in produktspezifische Anwendungen ein besonderes Anliegen der Organisatoren. Die Forschung an „Engineered Living Materials“ wird von der EU inzwischen als eine der bedeutenden Innovationstechnologien eingestuft und besonders gefördert.
Programm der Konferenz „Engineered Living Materials“ unter: www.livingmaterials2022.de
Bild: 3D-gedruckte Faser kapselt Bakterienkolonien sicher ein, die ein violettes antimikrobielles Medikament produzieren (Quelle: INM)
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