
visiPaver
Weltweit erster kultivierter Pflasterstein aus Pilzmyzel
18. Februar 2026
Das dänische Start-Up Visibuilt hat kürzlich den weltweit ersten kultivierten Pflasterstein vorgestellt und damit großes mediales Interesse auf sich gezogen. Dabei nutzt das unternehmen Pilzmyzel als bindende Komponente für kleine Steine und Sandpartikel. Das ermöglicht nicht nur die Herstellung von Pflastersteinen bei niedrigen Temperaturen, sondern auch einen Verzicht von fossilen Ressourcen und CO2 intensiven Zement.
Pilzmyzel ersetzt Zement und Bitumen
Konventionell werden zur Herstellung von Pflastersteinen mineralische Aggregate durch Zement und unter Einfluss von Wasser zu Betonsteinen verbunden. Diese Art der Baustoffe wurde von den meisten am Markt befindlichen Produzenten in den 50er und 60er Jahren entwickelt und seitdem nahezu unverändert angeboten.
Bei der klimafreundlichen Alternative von Visibuilt wird der Zementanteil vollständig durch das pilzbasierte Bindemittel mit dem Namen „visiBinder“ ersetzt. Zum Test der Langzeitstabilität unter natürlichen Witterungsbedingungen, wurde im vergangenen Herbst in Fælledby/Kopenhagen ein 40 qm großer Außenstellplatz für Fahrräder mit den visiPaver ausgelegt. Erfüllt die Testfläche die Erwartungen, sollen Parkplatzflächen für PkW folgen.
Neben Pflastersteinen entwickeln die Dänen auch Bindemittel für Straßenbeläge. Für Asphalt wird in aller Regel aus Erdöl gewonnenes Bitumen genutzt. Mithilfe eines aus dänischen Wäldern stammenden Holzfäulepilzes ist es Visibuilt um die Gründerin Line Kloster Pedersen gelungen, ein Myzelbindemittel hervorzubringen. Das Start-Up hat vom BioInnovation Institute Dänemarks 1,3 Millionen Euro Fördermittel erhalten, um die Erfindung bis zur Marktreife zu bringen.
Bild: Pflastersteine mit Pilzmyzelbindung (Foto: Visibuilt Aps)
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