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Publikationen & Interviews

Mit der Natur in die Zukunft

Postindustrielle Produktion mit natürlichen Wachstumsprozessen

Mit der Natur in die Zukunft Postindustrielle Produktion mit natürlichen Wachstumsprozessen

März 2017

context Magazin 1/2017

Herausgeber: HeidelbergerCement

 

Autorin: Diana Drewes, Dr. Sascha Peters

 

 

Auf der zweiten Biofabricate-Konferenz in New York diskutierten Unternehmer und Wissenschaftler Herstellungskonzepte für die postindustrielle Produktion. Die Orientierung an biologischen Prozessen ermöglicht manchen bereits die Ausbildung von Endloskreisläufen.

 

Die Zukunft neuer Materialien liegt in der Biologie

 

Beeindruckender Vorreiter, was innovative Materialien und Herstellungsprozesse anbelangt, ist zweifellos Adidas. Im Rahmen der zweiten Biofabricate-Konferenz im November 2016 in New York präsentierte der Sportschuhhersteller den ersten Laufschuh mit einem Obermaterial aus künstlicher Spinnenseide. Im Labor des Unternehmens AMSilk  aus München gezüchtet, steht die künstliche Faser dem Original aus der Natur in nichts nach. Sie ist hauchdünn, hoch elastisch und hart wie Stahl. Nach jahrelanger Forschung wurden die biologischen Wachstumsprozesse von Spinnenseide entschlüsselt und in Kooperation mit Adidas in ein Textil für Laufschuhe überführt. Zur Herstellung dient ein Fermentationsprozess mit gentechnisch veränderten Bakterien, der von den AMSilk-Gründern entwickelt wurde. Das Textil ist nicht nur besonders stabil und elastisch, sondern auch zu 100 Prozent biologisch abbaubar. Durch entsprechende Webtechnik kann bis zu 15 Prozent an Gewicht eingespart werden. Adidas hat nun ein Produkt für einen Endloskreislauf, denn das Gewebe löst sich in einem Konzentrat aus dem Verdauungsenzym Proteinase auf und kann sich binnen 36 Stunden auf natürlichem Weg zersetzen. „Bei dieser Pionierleistung geht es um weit mehr als nur Nachhaltigkeit, vielmehr erschließen wir ein ganz neues Feld bionischer Innovationen", erläutert James Carnes, Vice President Strategy Creation bei Adidas. „Durch den Einsatz von Biosteel-Fasern in unseren Produkten bewegen wir uns von der Idee geschlossener Kreisläufe weg, hin zu einem Endloskreislauf, ja vielleicht sogar weg vom Kreislaufdenken überhaupt."

 

Rund um das postindustrielle Konzept der Biofabrikation hat sich in den letzten Jahren eine ganze Wissenschaftsszene gebildet, denn die Idee hat das Potenzial, in einigen Bereichen konventionelle Produktionsmethoden zu ersetzen. Und so trafen sich Ende November 2016 an der Parsons School of Design in New York neben Vertretern von Adidas einige der Lichtgestalten biobasierter Fabrikation. Zu diesen zählt zweifelsohne auch die Architektin Ginger Krieg Dosier, die sich mit ihrem Unternehmen Bio Mason auf die Fahnen geschrieben hat, die Zementindustrie mit einem mikrobiologischen Herstellungsprozess in Analogie zum Korallenwachstum im Meer zu revolutionieren. Zu den weiteren Referenten zählten unter anderem Eben Bayer von Ecovative Design, Andras Forgacs von Modern Meadow aus den USA, Kenji Higashi von Spiber Inc. aus Japan sowie Adital Ela von Criaterra aus Israel.

 

Den vollständigen Artikel findet man im context Magazin 1/2017 unter: www.context.heidelbergcement.de/ausgabe_01_17

Programm der Biofabrication-Konferenz: www.biofabricate.co/biofabricate-2016

 

 

Bildquelle: ecovative design

 

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