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Plexiglas aus Zucker

Enzymatische Acrylglasproduktion

6/2011

PMMA wurde als glasähnlicher Kunststoff bereits Anfang der dreißiger Jahre des letzten Jahrhunderts von Otto Röhm auf den Markt gebracht und hat sich seitdem in vielen Bereichen zu einem der wichtigsten industriellen Werkstoffe entwickelt. Grund genug über ein alternatives Herstellungsverfahren nachzudenken, mit dem die erdölbasierte Produktion in Teilen ersetzt werden kann.

In Zusammenarbeit mit dem Helmholtz Zentrum für Umweltforschung (Leipzig) entwickelt der Evonik Konzern derzeit ein biotechnologisches Verfahren, um Acrylglas aus Zucker zu gewinnen. Die Basis bildet ein Enzym, das integriert in den Zuckerstoffwechsel in der Lage ist, eine Vorstufe von Methylmethacrylat MMA zu erzeugen, das anschließend zu PMMA polymerisiert. Das Potenzial für den biotechnologischen Prozess wird für das Jahr 2020 auf einen Anteil von rund 10 % der gesamten weltweiten Acrylglasproduktion geschätzt. Derzeit arbeitet Evonik an einer Pilotanlage, um einige Tonnen BIO-PMMA zu erzeugen. Im Vergleich zur petrochemischen Herstellungsweise benötigt diese auch weniger Energie. Bereits in 2008 wurde Dr. Thore Rohwerder für die Entdeckung des Enzyms für einen der Forschungspreise von Evonik Industries nominiert.

 

www.evonik.com

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