
Neuen Ressourcen auf der Spur
Felix Franz für das ZDF im Interview mit Innovationsforscher Sascha Peters
18. Februar 2021
ZDF – plan b
Viele Rohstoffe schaden der Umwelt. Dabei gibt es nachwachsende Alternativen zu Plastik und Co. Das Potenzial ist längst nicht ausgeschöpft, erklärt Innovationsforscher Sascha Peters.
Felix Franz: Herr Peters, wie sieht Ihre Arbeit als Innovationsforscher für neue Materialien aus?
Sascha Peters: Es gibt eine Lücke zwischen der Erforschung neuer Materialien auf der einen Seite und denen, die sie verwenden könnten auf der anderen Seite. Also, Designer, Architekten oder Produzenten, wie die Automobilindustrie. Wir bauen die Brücke und bringen die verschiedenen Seiten zusammen.
Franz: Wie groß ist das Potenzial natürlicher, nachwachsender Rohstoffe?
Sascha Peters: Ich gehe davon aus, dass sich in der Natur zu jeder technischen Fragestellung eine Lösung finden lässt. Das muss natürlich adaptiert und weiterentwickelt werden, aber die Grundideen sind alle bereits da. Es ist wirklich erstaunlich, was allein in den letzten Jahren gefunden und entwickelt wurde.
Franz: Zum Beispiel?
Sascha Peters: Das große Thema derzeit sind zellulosebasierte Kunststoffe. Zellulose ist in jeder natürlichen Pflanze enthalten. Es ist der Baustein, der die Natur zusammenhält, sich aber ganz normal wieder zersetzt und in den Naturkreislauf zurückkehrt. Aber auch lang bekannte Rohstoffe feiern ein Comeback. Birkenrinde ist langlebig, sehr flexibel und wurde schon vor Jahrhunderten genutzt. Mit der Erfindung des Plastiks geriet der Rohstoff in Vergessenheit. Jetzt kommt er wieder vermehrt zum Einsatz, als Ersatz für Leder oder eben Plastik.
Franz: Was sind die umweltschädlichsten Materialien?
Sascha Peters: Überall wo wir schnelllebige Produkte haben wie Verpackungen oder Textilien, müssen wir eigentlich zu Materialien kommen, die wir im natürlichen Kreislauf der Natur finden. Plastik basiert auf Erdöl und kehrt selbst nach 500 Jahren Zersetzung nicht mehr in den Kreislauf zurück, sondern wabert dann einfach in kleinsten Teilen über den Meeresboden. Wenn ich mir das vorstelle, wird mir richtig übel. Wenn ich Materialien erzeuge, die die Natur nicht erkennt, sind die eigentlich nicht vertretbar. Aber auch alle Materialien, in denen sehr viel Energie drin steckt, sind belastend, weil sie am Ende einen hohen CO2-Fußabdruck in der Umwelt hinterlassen. In der Bauindustrie ist das Zement. Aber auch alles was mit Metall zu tun hat, hat einen Fußabdruck, der vielleicht um den Faktor 1.000 höher ist als bei nachwachsenden Rohstoffen.
(…)
Das gesamte Gespräch wurde veröffentlicht unter:
www.zdf.de/gesellschaft/plan-b/interview-neue-rohstoffe-100.html
Bild: Graswachstum auf 3D gedrucktem Holzfilament (Quelle: Kai Parthy, Köln)
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