
Biomaterialien für Gartenprodukte
greensight talks: Leif Hallerbach im Gespräch mit Prof. Dr. Sascha Peters für die spoga+gafa Cologne
19. Februar 2026
Von Textilien aus Bananenfasern bis zu kompostierbaren Kunststoffen: Bei der Suche nach umweltfreundlichen Werkstoffen für Gartenmöbel oder Pflanztöpfe rücken regenerative Materialien in den Fokus. Wir sprechen mit dem Materialexperten Prof. Dr. Sascha Peters über neueste Entwicklungen in diesem Bereich.
Leif Hallerbach: Lieber Sascha Peters, mit Ihrer Berliner Agentur Haute Innovation beobachten Sie die neuesten Materialtrends. Welche Entwicklungen sehen Sie zurzeit im Hinblick auf nachhaltige Outdoormaterialien?
Sascha Peters: Aktuell beobachten wir in all den Bereichen, in denen Produkte, Textilien und Möbel in natürlichen Umgebungen genutzt werden, den Wunsch zur Verwendung regenerativer Materialien. Kunden und Kundinnen würden dabei gerne auf synthetische Kunststoffe verzichten, jedoch ohne Qualitätseinbußen hinnehmen zu müssen.
Herausfordernd ist dabei, dass regenerativen Materialien den extremen Outdoorsituationen bei Feuchtigkeit und starken Temperaturunterschieden bislang meist nicht gewachsen sind. Eine neue Generation hochentwickelter Biomaterialien schafft da jetzt Abhilfe.
An welche Materialien denken Sie?
An erster Stelle sind da vor allem Textilien zu nennen, die aus besonders widerstandsfähigen Fasern aus tropischen Regionen hergestellt werden. Die Fasern von Kokosnusshülsen oder Bananenblättern sind extremer Feuchtigkeit ausgesetzt, was sie für Outdooranwendungen geeignet macht.
Ich denke da zum Beispiel an Bananatex, ein technisches Textil des Taschenherstellers Qwstion aus der Schweiz, das vollständig aus verzwirnten Bananenfasern gewebt ist und mit Wachsen eine besondere Widerstandsfähigkeit erhält. Die Fasern stammen von den Philippinen und es werden unter anderem Sitzmöbel daraus gemacht. Da keine Kunststoffe genutzt werden, kann das Material dem biologischen Kreislauf rückgeführt werden.
Können Sie weitere Materialbeispiele nennen?
Eine weitere kunststofffreie Materialinnovation, die sich für Outdoormöbel und -produkte eignen würde, ist PaperShell und kommt aus Schweden. Das Material wird bereits für Sitzschalen verwendet und besteht vollständig aus verpresstem Kraftpapier und einer Art pflanzlichen Harz, das auch aus Holzzellulose gewonnen wird. Je nach Ausführung kann es Aluminium ersetzen und stellt eine ideale Alternative für glasfaserverstärkte Kunststoffe dar. Ist das Produktleben am Ende, kann das Material durch Pyrolyse in Bio-Kohle überführt werden und die Bodenqualität im Garten verbessern.
Welche anderen Alternativen gibt es für herkömmliche Materialien?
Ein dritter Materialbereich, der sich für Outdooranwendungen besonders eignet, ist der Biokunststoff PHA. Er wird durch Bakterien hergestellt und ist von Natur aus biologisch abbaubar. Der Biokunststoff ist vergleichbar mit konventionellen Kunststoffen, die in Gartenprodukte für den Außenbereich genutzt werden. Der große Vorteil ist aber, dass sich das Material in der Umwelt rückstandslos zersetzt und kein Mikroplastik hinterlässt.
(…)
Das gesamte Gespräch ist auf der website der Messe spoga+gafa erschienen unter: www.spogagafa.de
Bild: Der Kunststoff Polyhydroxyalkanoat (PHA) wird aus organischen Säuren produziert. (Quelle: Fraunhofer IGB)
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