Spriessende Materialideen

Design auf Basis organischer Abfälle

GRID 4 – Zeitschrift für Gestaltung
Mai 2013


Verlag

Detail (München)

Ob Miesmuscheln, Kaffeepulver, Soja, Mehl oder Essig – Zutaten aus der Küche, die normalerweise beim Kochen Verwendung finden, werden immer häufiger auch von Designern als Ausgangspunkt für die Gestaltung genutzt. Damit bringen sie uns dem Traum von einer Welt aus biologisch abbaubaren Produkten, die keinen Müll hinterlassen, immer näher. Zwei spannende Bespiele wurden kürzlich beim Nachhaltigkeitswettbewerb Adream in Weimar ausgezeichnet.

Animal Coffin ist ein kompostierbarer Tiersarg, der aus einem Mix aus Stärke, Mehl, Pappe, Kaffeesatz, Essig und Haaren mit hinreichender Stabilität erzeugt wird. Positiver Zusatzeffekt: In den Deckel haben die Designer Samen eingelassen, die nach dem Verfall des Sarges einer Pflanze oder einem Baum neues Leben schenken.

Mit einem der ersten Preise im Wettbewerb wurde der Entwurf Encafé des Designers Sanam Viseux ausgezeichnet. Seine Blumentöpfe bestehen in der Hauptsache aus Kaffeesatz, die mit natürlichen Wachsen in formt gehalten werden. Zersetzt sich der Topf in der Erde spendet das Kaffeepulver Nährstoffe wie Phosphor, Stickstoff oder Kalium und schützt die Wurzeln vor dem Befall von Fadenwürmern.

Bild: Animal Coffin (Design: Louise Knoppert, Flore de Maillard, Amanda Österlin La Mont, Christian Frank Müller)