Zeit der Rückbesinnung
Green Critic Kolumne
md Magazin
12-2019
Verlag
Konradin Medien (Stuttgart)

Wenn Handwerkstechniken in Vergessenheit geraten, verschwindet auch Wissen über Naturmaterialien und nachwachsende Ressourcen. Doch manche Designer steuern gegen.
Geschirr aus verbranntem Biomüll
Immer mehr traditionelle Handwerke geraten in Vergessenheit. Eine Entwicklung die im Zeitalter von industrieller Massenproduktion, schwimmender Müllinseln in den Ozeanen und „Fridays for Future“ Demonstrationen bedenklich ist. Schließlich geht damit wertvolles Wissen über Naturmaterialien und den nachhaltigen Umgang mit nachwachsenden Ressourcen verloren.
Immer mehr Designer lassen sich in ihren Arbeiten von traditionellen Handwerkstechniken und nahezu vergessenen Materialien inspirieren. Sie haben das ökologische und gesellschaftliche Potenzial, das sich hinter den teils Jahrtausende alten Erkenntnissen verbirgt, erkannt und transferieren es in zeitgenössisches Design. Das Hauptinteresse liegt dabei auf der Schließung von Materialkreisläufen. Geht man davon aus, dass zukünftig pflanzliche Lebensmittel in oder im direkten Umkreis der Stadt angebaut werden und die Produktion von tierischen Produkten in ländliche Regionen gedrängt werden, rücken Themen wie Kompostierbarkeit von Materialien und Produkten in den Vordergrund. Seit über 10 Jahren leben weltweit mehr Menschen in urbanen Strukturen als auf dem Land. Mit dem stetigen Wachstum der Städte scheint jedoch das Bewusstsein um den Ursprung von Lebensmitteln und den Zusammenhang natürlicher Prozesse in einem funktionierenden Ökosystem zu schwinden.
Bild: Geschirr aus verbrannten Lebensmittelresten (Design: Kosuke Araki)
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