Aero Bike
Leichtbau mit Birkenholzlamellen
Design Report
6-2015
Verlag
Rat für Formgebung Medien (Frankfurt)

Bislang wurde mit Stahl, Aluminium oder kohlefaserverstärkten Kunststoffen den unterschiedlichen Kräften, die auf ein Fahrrad lasten, entgegengewirkt. Auf der diesjährigen Mailänder Design Woche zeigen drei angehende Architekten aus Wien einen neuen Weg, den vielschichtigen technischen Herausforderungen wie Dämpfung, Flexibilität und Festigkeit mit einem Naturmaterial wie Birkenholz zu bewältigen.
Aufbau ersetzt kleinteilige Federsysteme
Das AERO Fahrrad besticht nicht nur durch einen filigranen Holzrahmen sondern auch durch auffällig wenig montierte Einzelteile. Ausgangsmaterial für den Rahmen bilden 0,9 mm dünne Birkenholzlamellen, die in Richtung der natürlichen Fasern zu einzelnen Streifen geformt, verleimt und je nach gewünschter Biegefestigkeit angeordnet werden. Diese ungewöhnliche Anordnung ersetzt kleinteilige Federsysteme und sorgt für eine enorme Gewichtsreduktion bei optimierter Flexibilität sowie höherer Festigkeit.
Durch Einfügen von Schichten aus Kohlefasern oder Aluminium wurde in Kooperation mit dem Holzunternehmen Höller aus Südtirol die Holzverbundtechnik weiter vorangetrieben, da diese die auf die Seiten der Holzstreifen wirkenden Scherkräfte absorbieren. Je nach Verhältnis von flexibler Birke und versteifenden Verbundschichten, lassen sich die physikalischen Eigenschaften der einzelnen Holzstreifen individuell variieren.
Obwohl das Fahrrad für die drei Studenten Atanas Zhelev, Mariya Korolova und Martino Hutz nur als Kommunikationsmodell für innovative Holzkonstruktionen im Architekturkontext gedacht war, greift es doch den Trend nach Transportmitteln aus nachhaltigen Rohstoffen auf. Der intelligente Gebrauch von natürlich gegebenen Eigenschaften wie beim Bambus Fahrrad „MyBoo“ oder innovative Verarbeitungsmethoden wie beim „CAJALUN“ Fahrrad von nemuscycles und der Dresdner Firma „Lignotube“, führen zu einer Neubewertung des Werkstoffes Holz und seiner Verarbeitung.
Bild: Aero Bike (Design: Atanas Zhelev, Mariya Korolova und Martino Hutz, Wien)
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