
TPU mit Formgedächtnis
Smartes Material für fälschungssichere Etiketten
8. November 2012
Auch Kunststoffe können ein Gedächtnis haben. Das zeigt die Entwicklung eines neuen thermoplastischen Polyurethans, das Bayer MaterialScience gemeinsam mit der BAM Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung entwickelt hat.
Elastomer mit Memory-Effekt
Formgedächtnismaterialien kennt man vor allem von Metalllegierungen z.B. für künstliche Herzklappen schon seit einiger Zeit. Gemeint sind Materialien, die nach Erwärmung auf eine gewisse Temperatur wieder in ihre Ausgangsform zurückgehen. Der neue Bayer Werkstoff macht nun auch technische Bauteile aus thermoplastischen Elastomeren mit Memory-Effekt möglich.
„Angesichts dieser besonderen Eigenschaft sind den Einsatzmöglichkeiten des Kunststoffs kaum Grenzen gesetzt“, sagt Jürgen Hättig, Leiter des Business Development für TPU bei Bayer MaterialScience.
Der Formgedächtnis TPU lässt sich durch Spritzgießen oder Extrudieren verarbeiten. Damit ist eine ganze Bandbreite industrieller Produkte möglich, die mit einer gezielten thermo-mechanischen Behandlung in einer anderen Form vorübergehend fixiert werden können. Die ursprüngliche Geometrie nimmt das Bauteil dann nach Erwärmung auf eine Temperatur von 40 °C wieder an. Der Formgedächtniseffekt ist kein TPU-spezifisches Merkmal, sondern ergibt sich auf Basis einer besonderen molekularen Struktur.
Anwendungen werden unter anderem im Markenschutz und Maschinenbau sowie in der Textil-, Sport-, Freizeit- und Spielzeugindustrie gesehen. Mögliche Produkte aus Formgedächtnis TPU sind beispielsweise künstliche Muskeln, Temperatursensoren, Scharniere, Schrumpfschläuche, sich selbst lockernde Schrauben oder Textilien, die sich selbst „entknittern“. Eine zum Patent angemeldete Produktidee ist ein treibhausähnlicher Folientunnel für den Gemüse- und Salatanbau, der sich nach Wärmezufuhr selbst aufrichtet. Auch an fälschungssicheren Etiketten mit QR-Code wird bereits gearbeitet. Der neue Kunststoff ist für den Kontakt mit Lebensmitteln geeignet, erhält keine Weichmacher und ist beständig gegen Chemikalien.
Bild: Fälschungssicheres Etikett mit QR-Code (Quelle: Bayer MaterialScience)
Kreislauffähiges Produktdesign mit Monomaterialien
28. April 2026
Am 23. April wurden die Gewinner der re:think design competition zu Entwicklung…
Biobasierte Carbonfasern
7. Mai 2026
Eine neue Pilotanlage der Carbon Lab Factory Lausitz am Fraunhofer IAP in Guben…
2D Materialien MXene
13. März 2026
In der interdisziplinären Forschungsinitiative "TailorX" arbeiten Forschende an…
Metallischer 3D-Reparaturdruck
27. Juni 2026
Brücken, Tragwerke und industrielle Konstruktionen aus Stahl werden oft über…
Hyperspektrale Bildgebung durch integrierte Interferenzfilter
3. Juli 2025
Für die optischen Sensorik wurde am Fraunhofer IST die hyperspektrale…
Weniger Reifenabrieb dank neuer Sensortechnik
24. Mai 2026
Ein neuartiger Sensor im Reifen mit KI-Methoden zur Datenauswertung sorgt für…
Exoskelett unterstützt Reifenwechsel
22. März 2026
German Bionic hat unter dem Namen EXIA ein KI-gestütztes Exoskelett für…
Hochtemperaturelektrolyse-Stack
11. Juni 2026
Hochtemperaturelektrolyse-Stack des Fraunhofer IKTS für die effiziente…
Smart Ring
27. Februar 2024
Durch Miniaturisierung von Sensorik und Antenne in einen Ring haben Start-Ups…








