
Cool Brick
3D gedruckte Keramikstruktur ermöglicht Raumkühlung nach antikem Vorbild
31. Mai 2015
Mit ihrem „Cool Brick“ haben die Architekten Virginia San Fratello und Ronald Rael von Emerging Objects aus Oakland eine Möglichkeit gefunden, die bereits in der Antike bekannte Technologie der Wasserdampfkühlung in die moderne Architektur zu transferieren. Lange Zeit bevor die Grundlagen für die heutige Klimatisierung und Kühlung von Räumen entwickelt wurden, machte man sich den Effekt zunutze, durch die Zugabe von Wasserdampf in die Luft, eine Absenkung der Temperatur herbeizuführen. Bereits vor 2.500 Jahren nutzte man bereits die Porösität von Keramikgefäßen, um darin enthaltenes Wasser über die Verdunstung durch ihre Wände zu kühlen.
Holzgitterfenster der Mashrabiya-Architektur
Inspiriert durch die Holzgitterfenster der Mashrabiya-Architektur aus der arabischen Welt, wurde unter Einsatz der 3D-Drucktechnologie eine Wand aus porösen keramischen Steinen mit innerer Hohlraumstruktur umgesetzt, die Innenräume passiv kühlen können. Die einzelnen Ziegel wurden dabei so gestaltet, dass sie Wasser aufsaugen wie ein Schwamm und Luftströme durch die dreidimensionale Gitterstruktur hindurch geleitet werden können.

Grafik: Kühldiagramm des Cool Bricks
Wenn sich die Luft dann durch den Stein bewegt, verdampft das in den Mikroporen der Keramikstrukur enthaltene Wasser und kühlt den Innenraum. Die Ziegel sind modular aufgebaut, können übereinander gestapelt und mit Mörtel verbunden werden. Durch die 3D-Struktur wird eine besonders große Oberfläche geschaffen, was die Kühlleistung einer Wand aus mehreren „Cool Bricks“ positiv beeinflusst.
Bildquelle: Emerging Objects
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