Mauer ohne Mörtel
Leichtmörtelsteine für Wandstrukturen ohne Bindemittel
12. Juli 2016

Der Wunsch nach einem effizienten Einsatz unserer Ressourcen steht mittlerweile ganz weit oben auf der Agenda umweltpolitischer Diskussionen. Bei den Möglichkeiten zur Optimierung des Umgangs mit Werkstoffen wird vor allem das Bauwesen adressiert. Denn auf diese Branche entfällt etwa die Hälfte aller eingesetzten Materialien in Deutschland. Mit fast 60 % ist das Bauwesen größter Abfallproduzent. Gründe genug also nach Alternativen für die konventionellen Lösungen zu suchen!
Kältebrücken wegen Mörtel werden vermieden
Im Frühjahr 2016 hat Prof. Andreas Kramer von der Hochschule für Künste (HfK) Bremen ein innovatives Trockenmauersystem vorgestellt, das mit einer speziellen Geometrie das Mauern ohne Zusatz eines Bindemittels ermöglicht. Die Leichtbausteine bestehen aus rezykliertem Porengranulat, einem echten mineralischen und recyclingfähigen Kreislaufbaustoff, mit ähnlichen Eigenschaften wie Kalksandstein. Die Produktion ist besonders nachhaltig.
Vergleichbar mit Legosteinen, können sie auf einfache Weise zu Mauerstrukturen für den Innen- und Außenbereich zusammengesetzt werden. Aufgrund der hohen Maßhaltigkeit der einzelnen Steine, ist ein sicherer Verbund gewährleistet. Der Verzicht auf Mörtel macht eine zeitsparende Verarbeitung auch durch Fachfremde möglich. Fehler können korrigiert, die Steine wiederverwendet werden. Sie lassen sich mit handelsüblichen Werkzeugen bearbeiten. Unterschiedliche Wandstärken werden durch Variation der Anordnung oder durch Variation der Abmessung der Steine realisiert.
Der Wegfall von Mörtel reduziert auch das Einbringen von Feuchtigkeit in den Bau. Damit verringert sich auch die Gefahr von Kältebrücken. Die mechanischen und physikalischen Eigenschaften sind getestet, die Steine zeigen eine hohe Dauerhaftigkeit.
Bildquelle: Andreas Kramer
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