
Carbon Capture mit Magnesit
Prozess zur natürlichen Magnesitkristallisation bei niedrigen Temperaturen
8. September 2018
Das Entweichen von gebundenem Kohlendioxid in die Atmosphäre durch Verbrennen fossiler Energieträger gilt als einer der Hauptgründe für die Veränderung des Weltklimas. Etwa 60 Prozent des vom Menschen verursachten Treibhauseffektes gehen auf Kohlendioxidemissionen zurück. Forscher auf der ganzen Welt sind damit beschäftigt, Möglichkeiten zur Speicherung von freiem Kohlendioxid zu finden. Während frühere Studien die Möglichkeiten zur Einlagerung von umweltschädlichen Gasen in unterirdischen Gesteinsformationen zum Ziel hatten, wird aktuell an der direkten Absorption des Klimagases in Mineralien geforscht.
Reaktion zur Kristallisation auf 72 Tage verkürzt
Bereits vor einigen Jahren hatten niederländische Wissenschaftler herausgefunden, dass das Silikat-Mineral Olivin in der Lage ist Kohlenstoff zu speichern. Nun arbeiten kanadische Forscher im Labor an der Herstellung von Magnesit, das große Mengen des Klimagases aus der Atmosphäre absorbieren soll. So soll je Tonne Magnesit etwa eine halbe Tonne CO2 aus der Umgebung entfernt werden können.
Magnesit (MgCO3) ist ein natürlich vorkommendes Gestein, das beispielsweise als Schmuckstein und für verschiedene industrielle Prozesse Verwendung findet. Die Möglichkeit zur natürlichen Speicherung von Kohlenstoff war den Wissenschaftlern bereits bekannt. Da der Vorgang in der Natur Hunderte bis Tausende von Jahren dauert, wollen die Forscher um Prof. Ian Power an der Trent University in Kanada den Prozess der Kristallisation drastisch beschleunigen.
Erste erfolgversprechende Ergebnisse wurden von den Wissenschaftlern auf der Goldschmidt-Geochemie-Konferenz in Boston vorgestellt. So konnte unter Verwendung von Polystyrol-Mikrokügelchen als Katalysator die Reaktion zur Kristallisation auf 72 Tage verkürzt werden. Den Prozess ließ das Team bei Raumtemperatur ablaufen, um ihn äußerst energieeffizient zu gestalten. Von Experten wurde der Weg zur natürlichen Magnesitkristallisation bei niedrigen Temperaturen als interessante Möglichkeit bewertet, das Kohlendioxidproblem langfristig zu lösen. Allerdings müssen noch zahlreiche Fragestellungen, vor allem Wirtschaftlichkeitsfragen beantwortet werden.
Forschungsbericht unter: www.pubs.acs.org
Bildquelle: Trent University
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