
Biobitumen
Organisches Bindemittel für den Straßenbau
6. März 2011
Wurde es in der Antike bereits verwendet, um Schiffswände vor dem Eindringen von Wasser zu schützen, ist Bitumen als Abfallprodukt der Erdölverarbeitung heute das wichtigste Bindemittel im Straßenbau. Mit den enger werdenden Rohstoffressourcen denken Hersteller derzeit an Alternativen. Denn der Bitumenpreis hat sich in den letzten Jahren zeitweise sogar verdreifacht.
Rapsöl als Bindemittel der Asphaltmasse
Reine Betonstraßen können Asphalt nicht langfristig ersetzen, denn für die Herstellung von Zement ist ein großer Energiebedarf erforderlich. So wird in Österreich derzeit nach einem nachhaltigen Herstellungsprozess für ein Bindemittel im Straßenbau geforscht. In der Natur sind einige bindemittelartige Biowerkstoffe vorhanden, die sich in reiner Form oder in Mischung mit anderen als Ersatz für Bitumen eignen würde. Die Prüfung der zur Verfügung stehenden Möglichkeiten findet derzeit statt. Dabei soll darauf geachtet werden, dass keine negativen Einflüsse auf die Nahrungsmittelproduktion auszumachen sind. Ziel ist die energieeffiziente Herstellung von Asphalt mit nachhaltigem Bindemittel und optimierten Qualitäten.
Als Projektpartner hat die VIALIT Asphalt GmbH einen Rapsasphalt auf den Markt gebracht, in dem Rapsöl als Bindemittel der Asphaltmasse zugemischt ist. Rapsasphalt gewährleistet durch das schnelle Abbinden eine gute Verkehrstauglichkeit und damit eine Verkürzung des Straßenbaus. Die Bindung mit dem Abstreusplitt ist optimiert.
In Australien wird in einem anderen Projekt der Biobitumen GEO320 MRH auf Basis von Zuckerrohr-Melasse entwickelt und die Funktionsfähigkeit getestet. Das Bindemittel entsteht aus niedermolekularen und wasserlöslichen organischen Abfallmaterialien wie Zucker, Naturkautschuk (Latex), Baum-Harzen, Gummi Kolophoniumharzen, Lignin, Zellulose und pflanzlichen Speiseölen. Der auf dem Biobitumen von Ecopave Australia entwickelte Asphalt kann in Dicken zwischen 1 und 200 mm hergestellt werden.
Bildquelle: Daniel Schwen
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