
Light Skin
Interaktive Silikonhaut für automobile Anwendungen
17. August 2014
Die Entwicklung „Light Skin“ der beiden Designer Julian Schwarze und Martin Pohlmann aus Offenbach ist die Vision einer interaktiven „Haut“ für den automobilen Kontext. Reize wie Berührung, Druck und Vibration werden über eingebettete Silikonlinsen aufgenommen und als Lichtpunkte wieder ausgegeben. Die Berührung wird sichtbar und gibt ein optisches Feedback. Die Oberfläche wird zur analogen Schnittstelle zwischen Objekt und Raum.
Oberfläche mit partiellen Leuchtflecken
Im automobilen Kontext bietet Light Skin neben der haptischen Qualität auch die Möglichkeit, die Karosserie des Autos anzusteuern und sie als Informations- und Warnoberfläche im Straßenverkehr zu nutzen, indem physikalische Kräfte direkt und ohne elektronischen Prozessweg visualisiert werden. Flieh- und Trägheitskräfte lassen das Fahrzeug dann unterschiedlich aufleuchten. Szenarien stellen das plötzliche Abbremsen oder Ausweichmanöver bei erhöhten Geschwindigkeiten dar. Hierbei wird versucht, eine komplexe Prozesskette zu umgehen und eine Warn- und Signalwirkung direkt durch die herrschenden Kräfte zu visualisieren. Durch den einwirkenden Druck und die im jeweiligen Moment wirkenden Kräfte, wird die Haut auf die Karosserieoberfläche gedrückt. Hierbei entsteht ein partieller Leuchtfleck, der das Auto aufleuchten lässt.
„Light Skin ist der Ansatz, das bestehende Bild des Automobils zu überwinden und seine Funktion und Erscheinung neu zu interpretieren“, sagt Martin Pohlmann. Im Projekt wurde versucht, Acrylglas als Basiswerkstoff in der Fahrzeugfertigung einzusetzen. Karosserieteile und Fenster befinden sich in der Testphase. „Grundlage ist die Verwendung und Übersetzung der Fähigkeiten eines sehr leichten und transparenten Materials mit verschiedensten physikalischen Eigenschaften am Fahrzeug in Kombination mit smarten und weichen Strukturen aus Silikon“, so die Designer.
Die Entwicklung wurde an der Hochschule für Gestaltung in Offenbach am Main in Zusammenarbeit mit Evonik Industries durchgeführt und von Prof. Dr. Markus Holzbach und Prof. Peter Eckart betreut.
Bildquelle: Julian Schwarze
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