
Windgas
Windenergie Mehrproduktion speichern im Erdgasnetz
21. November 2011
Windkraftanlagen haben einen großen Nachteil: Der Energieertrag ist an die Stärke Windes gebunden. Bei starkem Wind kommt es zu Überschüssen, und bei Flaute kann man es mit Versorgungsengpässen zu tun haben. Eine Lösung für dieses Problem wäre die Zwischenspeicherung der Windenergie in Gas.
Gasnetz kann bis zu 500 Terawattstunden speichern
Das Überangebot an elektrischer Energie kann genutzt werden, um durch Elektrolyse Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff zu spalten. In einem nächsten Schritt reagiert der Wasserstoff mit Kohlendioxid zu synthetischem Methangas, was in das Erdgasnetz eingespeist werden kann. Mit dieser Technologie ließen sich die bislang ungenutzten Überkapazitäten von Windkraftanlagen auf sinnvolle Weise nutzen.
Nach Berechnungen des Fraunhofer-Instituts für Windenergie und Systemtechnik (IWES) könnten bei konsequentem Einsatz des Prinzips konventionelle Kraftwerke ersetzt werden. 170 Terawattstunden müssten aus erneuerbaren Energien jährlich eingespeist werden. Die Kapazitäten dafür seien im Gasnetz vorhanden, das bis zu über 500 Terawattstunden speichern kann. Alle derzeit in Deutschland betriebenen Pumpspeicherkraftwerke speichern zusammen nur 0,6 Terawattstunden.
Der Energieversorger Greenpeace Energy hat seit dem 1. Oktober 2011 Erdgas mit einer Wasserstoff-Windgas-Beimischung (max. 5% Volumenprozent) zu Heizzwecken im Angebot. Bei dem Angebot „proWindgas“ kostet die Kilowattstunde derzeit 6,75 Cent, darin enthalten ist ein Förderbetrag von 0,4 Cent für den Ausbau der Windgastechnologie. Auch Überkapazitäten bei Solaranlagen ließen sich durch Produktion von Wasserstoff und Gas zwischenspeichern. Dieses Prinzip ist unter dem Namen Solargas bekannt.
Bildquelle: Greenpeace Energy
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