Pilze Natur Freiraum Foto Diana Drewes

Neue Materialien für den Freiraum

Sascha Peters im Gespräch mit Susanne Wannags für das Magazin "Freiraum Gestalten"

06/2025

Welche Materialien verschwinden wirklich im Freiraum – und welche bleiben dort bestehen? Die Materialforschung entwickelt derzeit zahlreiche umweltfreundliche Alternativen zu herkömmlichen Werkstoffen. Doch welche eignen sich tatsächlich für den Freiraum – und wo liegen ihre Grenzen? Sascha Peters von der Agentur Haute Innovation hat die Veränderungen im Blick.

Biokomposite, also Verbundwerkstoffe mit einer biogenen Komponente, werden oft als umweltfreundliche Alternative zu herkömmlichen Kunststoffen bezeichnet. Biologisch abbaubar sollen sie sein – ein Begriff, der in der Praxis jedoch häufig falsch interpretiert wird, weiß Sascha Peters von der Agentur Haute Innovation.

Wenn „abbaubar“ nicht reicht

Seit vielen Jahren beobachtet die Zukunftsagentur für Material und Technologie in Berlin neue Entwicklungen in diesem Bereich, begleitet Produktlösungen und unterstützt Unternehmen dabei, Innovationen in den Markt zu tragen.

„Biologisch abbaubar bedeutet nicht zwingend, dass das Material verschwindet. Es kann auch heißen, dass es lediglich über Jahre oder Jahrzehnte zersetzt wird“, verdeutlicht Peters. Auch ein Kunststoff, der nicht aus Erdöl, sondern aus einem nachwachsenden Rohstoff gewonnen wird, bleibt ein Kunststoff.

„Ein natürliches Material mit Kunststoff zu vermischen, halte ich ohnehin nicht für den richtigen Weg. Die meisten synthetischen Polymere lösen sich nicht einfach auf. Es gibt bis jetzt keinen mir bekannten Organismus, der die üblichen Kunststoffe wie Polyamide, Polycarbonate oder Polypropylen vollständig zersetzt.“ Es wird lediglich zerkleinert. Was bleibt, ist Mikroplastik.

Echte biozirkuläre Materialien hingegen können ein wirksamer Beitrag zu mehr Nachhaltigkeit sein. Sie sind sowohl biobasiert als auch kreislauffähig – bestehen also aus nachwachsenden Rohstoffen, können recycelt werden und sind vollständig kompostierbar.

Für Verpackungen, Möbel oder Textilien eignen sie sich bereits gut. Im Freiraum jedoch setzt die Witterung eine natürliche Grenze: „Wenn ein Material sich vollständig in der Natur zersetzt, dann verschwindet es dort auch mit der Zeit“, sagt Peters.

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Das gesamte Gespräch ist erschienen in „Freiraum Gestalten 6/2025“ unter: www.freiraum-gestalten.info

Foto: Diana Drewes

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