Neue Materialien für neue Räume

Wassermelonenkernen verändern Materialeigenschaften

md Magazin
9-10, 2026

 

Verlag
Konradin Medien (Stuttgart)

Aktuelle Ausgabe des md Magazins
empa struvit Spanplatte mit Enzymen aus Wassermelonenkernen

Moderne Arbeitswelten verbinden konzentriertes Arbeiten, Austausch und Gemeinschaft. Konzepte wie Zoku, Mama Shelter und Moxy Hotels zeigen, wie Büro-, Aufenthalts- und Gemeinschaftsräume zunehmend miteinander verschmelzen. Eine sinnesgerechte Gestaltung berücksichtigt dabei neben Licht und Raumstruktur besonders die Akustik: Rückzugsorte fördern Konzentration, offene Bereiche die Begegnung. Auch die Materialwahl prägt die Wahrnehmung, Atmosphäre und Wohlbefinden. Hier geht der Trend zur Verwendung bislang wenig genutzter Reststoffe weiter.

Enzym aus Wassermelonenkernen steuert Kristallisierungsprozess

In einem Beispiel der Empa werden Wassermelonenkerne zur Beeinflussung der Eigenschaften einer schwer entflammbaren Baustoffplatte. Forscher der ETH Zürich und der Empa haben dazu Sägemehl mit dem Mineral Struvit verarbeitet. Struvit ist ein kristallines, farbloses Ammoniummagnesiumphosphat, das für seine positiven Eigenschaften für den Brandschutz bekannt ist. Aufgrund des spezifischen Kristallisationsverhalten war es bislang jedoch nicht möglich, das feine Sägemehl mit dem Mineral zu verbinden.

Dank eines Enzyms das aus Wassermelonenkernen gewonnen wird, konnte das Forscherteam die Kristallisation des Struvits in einer wässrigen Suspension mit Sägemehl kontrollieren und große Kristalle züchten, die die Sägemehlpartikel fest miteinander verbinden. Das Material ist druckstabil und besonders für den Innenausbau interessant.

Bei Hitze löst sich das Mineral auf und setzt Wasserdampf und Ammoniak frei, was kühlend wirkt und die Brandausbreitung hemmt. Tests zeigen, dass das Material erst nach über 45 Sekunden Feuer fängt. Im Vergleich dazu steht unbehandeltes Fichtenholz mit rund 15 Sekunden. Ein weiterer Vorteil: Die Platten lassen sich wieder in ihre Bestandteile zerlegen und erneut verwerten.

Der vollständige Artikel ist im md Magazin 9-10 2026 erschienen.

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Bild: Das neue Material schützt sich im Brandfall selbst (Credit: Maximilian Ritter / aus R Kürsteiner et al. Chem Circularity 2026, CC BY 4.0)

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