Materialogic Zeigt 3D Gedrucktes Campervan Interior

3D-gedrucktes Campervan-Interior

US-Startup Materialogic entwickelt additiv gefertigtes Interior-System für Vans und Camper

18. September 2026

Der klassische Ausbau von Campervans ist geprägt von individuellen Zuschnitten, Schablonen, zahlreichen Anpassungen und vor allem sehr viel Handarbeit. Das US-amerikanische Startup Materialogic will das grundlegend ändern. Unter Einsatz großformatiger 3D-Drucker entwickelt das Unternehmen maßgeschneiderte Interior-Systeme, die direkt auf die Geometrie des jeweiligen Fahrzeugs abgestimmt sind.

3D-Druck als neue Produktionsplattform für Van-Ausbauer

Im Mittelpunkt steht dabei nicht allein der 3D-Druck einzelner Bauteile. Materialogic verbindet die additive Fertigung mit einem sogenannten Digital Twin, einem digitalen 3D-Modell des gesamten Van-Interieurs. Dieses umfasst unter anderem das Fahrzeug-Chassis, Möbel, Elektro- und Wassersysteme, Geräte, Hardware und die zu druckenden Komponenten.

Die Basis bilden dabei nach Unternehmensangaben OEM-Daten der jeweiligen Fahrzeughersteller. Änderungen am Grundriss oder an verbauten Komponenten können dadurch digital vorgenommen und anschließend in den 3D-gedruckten Bauteilen berücksichtigt werden. Für Van-Ausbauunternehmen bietet Materialogic sowohl hybride als auch vollständig 3D-gedruckte Interior-Lösungen an.

Beim hybriden Ansatz werden insbesondere komplexe Geometrien wie Säulenverkleidungen, Fensterrahmen oder andere schwer zu fertigende Komponenten gedruckt und mit konventionell gefertigten Möbeln kombiniert. Alternativ kann das Interior weitgehend vollständig additiv umgesetzt werden.

Materialogic 3D-gedrucktes Campervan-Interior Details

Der Anspruch ist eine deutliche Steigerung der Effizienz und Lösungen durch weniger manuelles Vermessen, Zuschneiden und Nacharbeiten. Die Bauteile verfügen über integrierte Montagepunkte und sind so konstruiert, dass sie sich an der Fahrzeugstruktur ausrichten.

Materialogic gibt für die Integration eines ersten Systems in die Produktionslinie einen Pilot-Installationsprozess von einem Tag an. Anschließend erhält der Ausbaupartner eine standardisierte Arbeitsanweisung für weitere Fahrzeuge.

Ein besonderer Fokus liegt auf Elektrofahrzeugen. Das zusätzliche Gewicht eines klassischen Innenausbaus kann bei elektrischen Vans aufgrund der geringeren Nutzlast durch die Batterie besonders relevant sein. Materialogic setzt deshalb auf leichte 3D-gedruckte Strukturen sowie Aluminium-Wabenkernplatten.

Für die Fertigung verwendet Materialogic nach eigenen Angaben unter anderem einen Marine-Grade-Polymer, der mit Glas- oder Holzfasern verstärkt werden kann. Das Material soll hohe Schlagfestigkeit und Temperaturbeständigkeit bieten. Zusätzlich nutzt das Unternehmen einen biobasierten Polymerwerkstoff. Laut Materialogic können die Polymere wieder zu Pellets zerkleinert und bis zu viermal erneut für den 3D-Druck verwendet werden.

„Materialogic versteht den 3D-Druck nicht als Ersatz für den individuellen Ausbau, sondern als neue Produktionsplattform“, beschreibt das Unternehmen seinen Ansatz. Die Ausbauunternehmen behalten dabei ihre eigene Designsprache und können weiterhin beispielsweise CNC-gefertigte Möbel integrieren. Der 3D-Druck übernimmt vor allem jene Bereiche, bei denen komplexe Geometrien, individuelle Anpassungen und hoher manueller Fertigungsaufwand bisher eine besondere Herausforderung darstellen.

Damit richtet sich das Angebot nicht nur an einzelne Van-Besitzer, sondern vor allem an professionelle Van- und Camper-Ausbauunternehmen, die ihre Produktion standardisieren, individualisieren und für höhere Stückzahlen skalierbar machen möchten. Materialogic bietet seine Interior-Systeme nach eigenen Angaben für verschiedene Fahrzeugplattformen an und kann die 3D-gedruckten Komponenten sowohl innerhalb der USA als auch nach Europa liefern.

www.materialogic.io

Bildquelle: Max Cuppens (Materialogic, USA)

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