
tozero Batterierecycling
Graphitgewinnung durch hydrometallurgisches Verfahren
12. Oktober 2026
Das Münchener Climate-Tech-Startup tozero hat eine neue Technologie für das Recycling von Lithium-Ionen-Batterien entwickelt. Während sich herkömmliche Verfahren vor allem auf die Rückgewinnung von Metallen wie Nickel, Kobalt und Lithium konzentrieren, etabliert das Unternehmen einen geschlossenen Kreislauf für einen oft vernachlässigten, aber kritischen Rohstoff: Graphit.
Biomaterial aus Apfeltrester für zirkuläres Designobjekt
Graphit bildet die Anode moderner Batterien und macht einen erheblichen Teil ihres Gewichts aus. Bisher wurde das Material beim Recycling meist verbrannt oder ging durch den Einsatz aggressiver Säuren verloren. Dem 2022 gegründeten Unternehmen ist es nun erstmals in Europa gelungen, 100% recyceltes Graphit in Batteriequalität im industriellen Maßstab herzustellen. In Batteriezellentests erzielte das rückgewonnene Material eine Leistung, die der von Primärgraphit entspricht.
Die patentierte Technologie basiert auf einem hydrometallurgischen Verfahren. Es kommt ohne den Einsatz starker Säuren aus, schont die morphologische Struktur des Graphits und erreicht eine Rückgewinnungsquote von über 80″. Zudem reduziert der Prozess den CO₂-Fußabdruck im Vergleich zum herkömmlichen Bergbau um rund 70 %. Das recycelte Material kann ohne Qualitätsverlust direkt wieder in die Produktion neuer Batteriezellen fließen.
Mit diesem Ansatz adressiert das Startup zwei drängende Probleme der europäischen Wirtschaft. Zum einen reduziert es die massive Abhängigkeit von Graphit-Importen, die derzeit primär aus China stammen. Zum anderen unterstützt die Technologie Automobilhersteller und Batterieproduzenten dabei, die strengen Vorgaben der EU-Batterieverordnung sowie des European Critical Raw Materials Act frühzeitig zu erfüllen.
Die Skalierung ist angelaufen: Am Chempark Gendorf in Bayern entsteht eine kommerzielle Demonstrationsanlage. tozero plant, bis 2027 jährlich mehr als 2.000 Tonnen Recycling-Graphit zu produzieren und diese Kapazität bis 2030 auf über 10.000 Tonnen zu steigern.
Bildquelle: tozero
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