
Nachhaltige Druckmaterialien für die additive Produktion
Gewinner der 3D Pioneers Challenge 2024
8. Juni 2024
Die neunte Ausgabe der 3D Pioneers Challenge suchte auch in diesem Jahr Innovationen zur Implementierung zukunftsweisender additiver Technologien mit einem besonderen Fokus auf das Thema Nachhaltigkeit. Die Preisverleihung und Ausstellung der Gewinner fanden im Rahmen der Rapid.Tech 3D in der Messe Erfurt vom 14. bis 16. Mai 2024 statt.
Kreislauffähige Prozesse und nachhaltige Druckmaterialien
„Responsible Production, durch die Verwendung und Entwicklung nachhaltiger Materialien und kreislauffähiger Prozesse, standen bei den Finalistinnen der diesjährigen 3D Pioneers Challenge klar im Fokus“, erläutern die Organisatoren Simone und Christoph Völcker die Qualität der Einreichungen in diesem Jahr.
Ein Gewinner mit einem besonderen Fokus auf ein biozirkuläres Druckmaterial kommt vom universitären Start-Up Willowprint der RWTH Aachen. Die Werkstoffinnovation der beiden Gründer Joost Meyer und Federico Garrido nutzt Holzabfälle, kann in den Kreislauf zurückgeführt oder vollständig kompostiert werden.
Bosch stellt einen neuen Prozess vor, bei dem Spritzgusstechnologie und 3D-Druck aufeinandertreffen. So können Spritzgussmaterialien, wie auch Industrieabfälle als Rezyklatgranulat verwendet werden, ein großer Vorteil für die Marktakzeptanz. Zertifizierungen stellen keine Hürde mehr dar, was den Weg für zirkuläre Kreisläufe in der herstellenden Industrie mit Additiven Technologien enorm vereinfacht.

Mit dem Wavehouse wurde auch das bislang größte 3D-gedruckte Haus Europas prämiert. Es entstand in 3 Druckabschnitten und einer reinen Druckzeit von 170 Stunden in Heidelberg. Dabei wurden die diversen Vorteile des Druckverfahrens gegenüber konventionellen Bauweisen ausgenutzt. Die geschwungene Form der Fassade hätte auf keine alternative Weise wirtschaftlich realisiert werden können.
Für die additive Erstellung des 54 Meter langen, 11 Meter breiten und 9 Meter hohen Gebäudes wurden 333 kg Druckbeton aufeinander geschichtet. Der Werkstoff stammt von Heidelberg Materials und wurde zu 100 Prozent aus recycelten Baumaterialien geliefert. Dabei konnte laut Aussage des Herstellers der CO2-Verbrauch bei dem verwendeten Bindemittel um 55 Prozent gegenüber herkömmlichem Zement verringert werden. Das erste 3D-gedruckte Haus Deutschlands entstand im Jahr 2021.
Weitere Highlights der 3D Pioneers Challenge findet man unter:
https://www.3dpc.io/de
Bild (oben): Druckmaterial auf Basis von Holzresten (Quelle: Willowprint)
Bild (unten): 3D-Druckbeton für Wavehouse in Heidelberg. Rund 54 Meter lang, 11 Meter tief und 9 Meter hoch ist das beeindruckende wellenförmige Gebäude geworden (Quelle: Heidelberg Materials, Foto: Christian Buck)
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