
Kakao aus dem Bioreaktor
Labor gezüchteter Kakao auf dem Sprung in den Markt
3. Februar 2025
Kakao kommt heute hauptsächlich aus Westafrika, wo allerdings die Folgen des Klimawandels bereits deutlich zu spüren sind. Trockenheit und Hitze führen immer wieder zu Ernteausfällen, die Zunahme von Starkregenereignissen hat zudem einen negativen Einfluss.
Zellentwicklung in Wachstumsmedien
Als Folge hat sich der Kakao-Preis im letzten Jahr mehr als verdoppelt. Der Markt reagiert zum einen mit der Neuzüchtung resistenterer Kakao-Sorten. Zusätzlich könnten neue Methoden zur Züchtung von Zellen in Bioreaktoren das Angebot an nachhaltig erzeugtem Kakao ergänzen. Dies hätte den Vorteil, die Produktion unabhängig von Erntezeiten zu machen und den Flächen- und Wasserverbrauch enorm zu reduzieren.
Im Prozess werden ausgewählten Kakaobohnen Zellen entnommen und die Zellentwicklung für einige Monate im Brutschrank gefördert. Im Bioreaktor vermehren sich die Zellen in einer Nährlösung. Kakaozellkulturen benötigen am Ende des Verfahrens keine definierte 3D-Struktur, sondern können als Pulver geliefert werden.
Die Technologie ist derzeit auf dem Sprung aus der Forschung in den Markt. In den USA, der Schweiz und Israel haben sich Start-up Unternehmen auf den Weg gemacht, Bioreaktoren zur Herstellung größer Produktionsmengen an Kakaopulver zu konkurrenzfähigen Preisen aufzubauen und Schokoladenproduzenten anzubieten.
Das Schweizerische Start-up Food Brewer kooperiert bereits mit einer Schokoladenfabrik aus der Region, um daraus Schoggi herzustellen. In einem ersten Produkt wird das Kakaopulver zu dunkler Schokolade verarbeitet, für die kein Milchpulver benötigt wird.
In unserer Special Show Ingredients anlässlich der ProSweets 2025 in Köln zeigen wir vom 2.–5. Februar in Halle 10 der Koelnmesse laborgezüchteten Kakao und daraus hergestellte Pralinen von Kokomodo aus Isreal. Als einer der ersten stellt das Start-Up klimaresistenten Kakao im Labor her, der weltweit das ganze Jahr über erhältlich ist.
Bildquelle: Kokomodo
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