Aerographit
Leichtgewicht-Weltrekordhalter aus Kohlenstoffröhren
9. Dezember 2012

Es ist schwarz, lässt sich zusammendrücken wie ein Schwamm, hat wasserabweisende Eigenschaften, absorbiert Lichtstrahlung und ist das leichteste Material, das je ein Labor verlassen hat. Aerographit wurde von Wissenschaftlern der TU Hamburg-Harburg und der Universität zu Kiel entwickelt und weist eine Dichte von lediglich 0,2 Milligramm je Kubikzentimeter auf. Dies ist nur ein Viertel des Gewichts des bisherigen Weltrekordhalters in Sachen Leichtigkeit, einem Nickel-Material, und damit 75 Mal weniger als das des Polymerschaumstoffs Styropor.
3D vernetzte Kohlenstoffstruktur
Aerographit besteht aus einem Netzwerk poröser Kohlenstoffröhren auf Nanoebene, das den Werkstoff trotz der geringen Masse sehr stabil für Zug- und Druckbeanspruchungen werden lässt. Und das, obwohl es zu 99,99 % aus Luft besteht. Der Aufbau bietet Stabilitätsvorteile gegenüber den ebenfalls ultraleichten aber fragilen Aerogelen.
„Wir waren auf der Suche nach dreidimensional vernetzten Kohlenstoffstrukturen, und dabei haben wir dieses Material entdeckt“, sagt Prof. Karl Schulte vom Institut für Verbundwerkstoffe. Von der elektrischen Leitfähigkeit versprechen sich die Forscher die ersten Anwendungsmöglichkeiten für besonders leichte Batteriesysteme im Kontext der Elektromobilität oder der Satellitentechnik. „Wir können Röhren herstellen, die aus porösen Wänden bestehen, und dadurch extrem leicht sind“, ergänzt Arnim Schuchardt (Doktorand an der CAU). Auch zur Wasser- bzw. Luftreinigung ließe sich das Aerographit einsetzen.
Bild: Mikrostruktur von Aerographit (Quelle: TU Hamburg-Harburg)
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