Pilztextil
Textilien aus Zunderschwamm mit medizinischer Wirkung
25. Juli 2016

In unserer industrialisierten Gesellschaft sind Rohstoffquellen wie der Zunderschwamm in Vergessenheit geraten. Er ist ein Pilz, wächst über Jahre hinweg an geschwächten Laubbäumen, baut die Holzbestandteile ab und hilft dem Wald bei der Regeneration. Ältere Menschen können sich noch daran erinnern, dass die Fasern des Pilzes früher zum Feuermachen verwendet wurden. Die Designerin Nina Fabert aus Berlin versucht, die Qualitäten des Zunderschwamms wiederzuentdecken und den Rohstoff für die Herstellung von Textilien mit besonderen Qualitäten zu verwenden.
Pilzfasern mit antibakteriellen Eigenschaften
Sie bezieht sich dabei auf neue Forschungsergebnisse, die den Fasern des Pilzes im dermatologischen Bereich heilende Wirkung zuweisen. Neben der analytischen Dekonstruktion des Materials und der Fasern, zeigt Nina Fabert in ihrem Projekt „Zunderschwamm – Fomes Fomentarius“ neue Möglichkeiten für Anwendungsgebiete auf.

Eine hohe ästhetische Qualität zeigte der Pilz bereits im Rohzustand und während der Dekonstruktion. Durch Hinzufügen kontrastreicher Materialien wie beispielsweise Messing oder Kunststoff hat die Designerin die natürliche Bewegung des vergänglichen Pilzmaterials eingefangen. Unter anderem entstand ein Handschuh aus dem Material mit positiver medizinischer Wirkung. Die antibakterielle Wirkung und die absorbierenden Eigenschaften der Pilzfasern lassen auch auf therapeutische Anwendungen im dermatologischen Bereich hoffen.
Bildquelle: Nina Fabert
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