
KernTec Brotaufstrich aus Steinobstkernen
Start-Up macht aus giftigen, harten Kernen köstliche Lebensmittel
3. Februar 2023
Das österreichische Unternehmen Kern Tec verarbeitet ungenutzte Kerne von Steinobst zu nussigen Brotaufstrichen und pflanzlichen Drinks. In der Region Wachau oder in der Steiermark werden neben Marillen und Aprikosen auch Pflaumen und Kirschen im industriellen Maßstab für Säfte, Schnaps und Konfitüren angebaut. Für die Leckereien wird ausschließlich das süße Fruchtfleisch verwendet. Die nährstoffreichen harten Kerne landen auf der Deponie oder werden verbrannt.
500.000 Tonnen Steinobstkerne jährlich auf europäischen Deponien
Im Gespräch mit den lokal ansässigen Obstbauern hatte das Unternehmen kein Verfahren ausfindig gemacht, das ein Aufbrechen der harten Schalen in industriellem Maßstab ermöglicht. Kern Tec hat mittlerweile erfolgreich eine solche Technologie entwickelt, um die weichen Kerne von den harten Schalen zu trennen und für die Weiterverarbeitung nutzbar zu machen.

Neben der harten Schalen gab es jedoch noch eine weitere Herausforderung für die Jungunternehmer zu überwinden. Denn die unbehandelten Kerne von Kirschen, Aprikosen und anderem Steinobst enthalten das Pflanzengift Amygdalin.
Nach dem Verzehr von amygdalinhaltigen Lebensmitteln wandeln Enzyme das Pflanzengift in Blausäure um, und es kann zu Vergiftungen kommen. Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit sind mögliche Folgen. Die Firmengründer konnten auch hier eine schonende Technologie entwickeln, um das Pflanzengift sicher aus dem nährstoffreichen weichen Kern zu entfernen.
Nach Unternehmensangaben verarbeitet Kern Tec mittlerweile 1.000 Tonnen Obstkerne pro Jahr. Das weiche Innere wird für Brotaufstriche und pflanzliche Milchalternativen genutzt. Die granulierten Schalen finden in Peeling-Kosmetikprodukten Verwendung.
„Optisch und geschmacklich weisen Aprikosensamen eine große Ähnlichkeit zu Mandeln auf. Die fruchtige Note und besondere Textur des Samens ermöglicht ein besonders volles Mundgefühl mit einem angenehmen und Marzipan-ähnlichen Nachgeschmack.“ (Kern Tec)
Nutzt man anstelle von Mandeln Aprikosensamen können bis zu 56 Prozent CO2 und 96 Prozent Wasser eingespart werden. Unter dem Markennamen „Wunderkern“ werden die Produkte in diversen Supermärkten in Österreich sowie im firmeneigenen Online-Shop angeboten.
Bilderquelle: Kern Tec
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