
Nanopartikel verfestigen Sandstein
TU Wien präsentiert Methode zur Restaurierung historischer Sandsteinfassaden
9. August 2022
Wissenschaftler an der TU Wien haben eine Methode präsentiert, um verwitternden Sandstein mit speziellen Nanopartikeln aus Silikat zu verfestigen. Vor allem für sanierungsaufwendige Bauten wie den Kölner Dom oder Stephans Dom könnte die Technik genutzt werden, um Kosten einzusparen.
Verfestigung porösen Sandsteins dank wässriger Suspension mit Nanopartikeln
Im Wettlauf mit der Zeit arbeiten Restaurateure weltweit an Techniken um Kulturstätten aus Sandstein für die Nachwelt zu erhalten. Sandstein galt schon vor Hunderten von Jahren als beliebtes Baumaterial. Es war verfügbar und ließ sich relativ leicht bearbeiten.
Leider haben Umwelteinflüsse vor allem im letzten Jahrhundert sichtbare Spuren an vielen geschichtsträchtigen Gebäuden hinterlassen. Saurer Regen verursacht durch Abgase oder Kraftwerke hat dem Gestein zugesetzt.
Die unverkennbare schwarze Verfärbung des Gesteins ist nicht nur ein optischer Makel, sondern bedeutet eine extreme Veränderung der Wasseraufnahmefähigkeit. Die schwarze Schicht wirkt wie eine Versiegelung der Oberfläche und führt dazu, dass das Regenwasser durch die Spalten zwischen den einzelnen Steinen den Weg ins Innere des Bauwerkes findet und hinter der schwarzen Schicht den Stein zersetzt.
Mittels schonender Sandstrahltechnik wird zunächst der helle Sandstein wieder freigelegt und im Anschluss mit den Silikatnanopartikeln verfestigt. Diese gelangen über eine Flüssigkeit in den Stein. Nachdem das Wasser verdunstet ist, orientieren sich die Nanopartikel in einem Kristallisationsprozess zu festen Brücken zwischen den einzelnen Sandkörnern.
Als bemerkenswert beschreiben die Forscher, dass nicht nur die einzelnen Atome sich regelmäßig anordnen sondern auch die ganzen Nanopartikel. Das führt zu einem „kolloidalen Kristall“, der die festen Brücken zwischen den Sandpartikeln aufbaut und zur angestrebten Festigkeit führt.
Zusammen mit Kollegen der Universität Oslo fanden die Wissenschaftler zudem heraus, dass die Größe der Partikel in der Suspension einen Einfluss auf die Festigkeit hat.
„Je kleiner die Nanopartikel, umso mehr verstärken sie den Zusammenhalt zwischen den Sandkörnern“, erklärt Joanna Dziadkowiec, Wissenschaftlerin an der Universität Oslo und der TU Wien sowie Erstautorin der Publikation, in der die Ergebnisse der Forschung erstmals veröffentlicht worden sind.
Bild: Arbeiten am Stephansdom in Wien (Quelle: Archiv der Dombauhütte St. Stephan)
Kreislauffähiges Produktdesign mit Monomaterialien
28. April 2026
Am 23. April wurden die Gewinner der re:think design competition zu Entwicklung…
Biobasierte Carbonfasern
7. Mai 2026
Eine neue Pilotanlage der Carbon Lab Factory Lausitz am Fraunhofer IAP in Guben…
2D Materialien MXene
13. März 2026
In der interdisziplinären Forschungsinitiative "TailorX" arbeiten Forschende an…
Gewebeersatz aus dem 3D-Drucker
20. April 2026
Ein am Fraunhofer IAP entwickelter biomimetischer Gewebeersatz kombiniert…
Hyperspektrale Bildgebung durch integrierte Interferenzfilter
3. Juli 2025
Für die optischen Sensorik wurde am Fraunhofer IST die hyperspektrale…
Motor mit Ammoniak-Antrieb
14. April 2026
Auf der Hannover Messe 2026 hat das Fraunhofer IMM einen Motor vorgestellt, der…
Exoskelett unterstützt Reifenwechsel
22. März 2026
German Bionic hat unter dem Namen EXIA ein KI-gestütztes Exoskelett für…
Wasserstoff aus Sonne und Wasser
12. Mai 2026
Photoreaktorpaneele der KIT-Ausgründung photreon ermöglichen die direkte…
Smart Ring
27. Februar 2024
Durch Miniaturisierung von Sensorik und Antenne in einen Ring haben Start-Ups…








