Food Printing – Gedrucktes Essen
3D-Drucker werden zum Haushaltsgerät
30. Mai 2013

Ursprünglich wurden generative Fertigungstechnologien entwickelt, um komplexe Formteilgeometrien ohne kostspielige Werkzeugformen auf Basis von CAD Daten individuell herstellen zu können. Mit der Weiterentwicklung der Verfahren und der verarbeitbaren Materialien werden nun auch die Anwendungsoptionen breiter gedacht. Einige Wissenschaftler und Start-Up-Unternehmen aus den USA machen in den letzten Monaten mit bahnbrechenden Entwicklungen zum Thema BioPrinting von sich Reden. So vermeldete das amerikanische Unternehmen Modern Meadow vor kurzem die erfolgreiche schichtweise Erzeugung eines Fleischwürfels aus lebenden tierischen Muskelzellen mit einem 3D-Drucker unter Verwendung einer Biotinte, die verschiedene Zelltypen beinhaltete.
Kalzium und Omega-3-Fettsäuren
Ob allerdings gedrucktes Essen die Nährwerte unseres bewährten Essens haben kann, bleibt fraglich. Denn dies würde die Zufuhr von einer Vielzahl von Proteinen und Kohlenhydraten notwendig machen. Doch mit Blick auf die Fertigung von Lebensmitteln mit personalisiertem Nährstoffgehalt sehen die Forscher vom TNO aus Delft durchaus Potenziale für den medizinischen Bereich. „Food-Printer könnten dem Essen in Zukunft extra Kalzium oder Omega-3-Fettsäuren hinzufügen und die Nahrung Patienten-spezifisch zusammengestellt werden“, meint etwa Kjeld van Bommel vom TNO. Gedruckte Lebensmittel könnten auch nachhaltigere kalorische Quellen erschließen und beispielsweise Algenproteine anstelle von ressourcenintensiven tierischen Proteinen enthalten.
Vor allem die lange Prozessdauer für den Druck einer Geometrie aus organischen Substanzen, macht den Wissenschaftlern und ihrem Traum vom gedruckten Lebensmittel noch zu schaffen. Deshalb haben niederländische Wissenschaftler den sogenannten PrintValley entwickelt, der mit einem Laser die Eiweiße im Essen lokal kochen könnte und die Herstellungsdauer minimieren würde.
Der Geschmack des Essens ist ein weiteres wichtiges Kriterium für den Erfolg eines Food Printers. Am TNO hat man sich auch dieser Herausforderung gestellt. In Zusammenarbeit mit einer Kochschule werden die druckbaren Rezepturen einer geschmacklichen Begutachtung unterzogen. „Solange das Ergebnis gut aussieht und nicht giftig ist, können wir unsere Kreationen 3D-gedruckte Lebensmittel nennen“, scherzt van Bommel. Wir werden sehen, wie weit die Forscher mit ihrer neuen Esskultur kommen.
Bildquelle: TNO
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