Delta WASP 3D-Lehmdrucker
Anlage für gedruckte Lehmarchitektur in Rom vorgestellt
16. Dezember 2014

Die Große Moschee von Djenné in Mali, die antike Stadtmauer Babylons oder die Zitadelle der iranischen Stadt Bam: Sie alle wurden aus Lehm gebaut. Der Werkstoff wird seit nunmehr 10.000 Jahren zur Errichtung von Gebäuden verwendet und zählt zu einem der ältesten Werkstoffe der Menschheitsgeschichte. Nun macht sich ein italienisches Unternehmen auf, die Verarbeitungstechniken für Lehm grundlegend zu revolutionieren.
Igluartige Strukturen aus Lehm, Naturfasern und Schlamm
Denn Anfang Oktober 2014 wurde auf der Rome MakerFaire ein 3D-Lehmdrucker vorgestellt, mit dem es möglich sein soll, Lehmarchitektur in Ländern der dritten Welt zu realisieren. Der Drucker ist sechs Meter hoch, besteht aus drei beweglichen Stangen und kann nach Aussagen der Entwickler mehrere Lehmsorten bis zu einer Bauhöhe von drei Metern verarbeiten. Dabei nutzt er ein Gemisch aus Lehm, Naturfasern und Schlamm und baut igluartige Strukturen schichtweise auf.
Mit dem Ziel, Wohnraum in den armen Regionen Afrikas zu schaffen, haben die Entwickler von WASP vor allem Materialmischungen aus Lehm und Sand getestet, die ähnliche Eigenschaften aufweisen, wie man sie zum Beispiel im marokkanischen Aït Benhaddou findet. Das Entwicklungsteam war auch vor Ort, um zum einen die Technologie zu erproben und sie darüber hinaus den Menschen vor Ort als Alternative für traditionelle Techniken vorzustellen.
Einen Film zur Entwicklung im Kontext der marokkanischen Lehmstadt Aït Benhaddou findet man unter: www.youtube.com
Bild: WASP 3D-Drucker beim Bau bis zu 6 Meter hoher Lehmstrukturen (Quelle: WASP)
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