Du bist, wovon du isst! - Materialien für eine neue Tischkultur
md Sonderausgabe "Küche"
md Sonderausgabe
9 2023
Verlag
Konradin Medien (Stuttgart)

Starköche und erfolgreiche Instagram-Foodies begeistern ihre Follower mit ungewöhnlichen Rezepten.. Das Biohühnerfleisch wird mit der Pfanne flach geschlagen, saisonales Gemüse mit den bloßen Händen zerdrückt, ehe es schwungvoll in die Pfanne geworfen wird. Eine neue Lässigkeit hält Einzug in die durchgestylten Küchen, die sich auch in der Tischkultur widerspiegelt.
Porzellan aus Knochenasche – Themen einer neuen Tischkultur
Es werden keine großen Sets mit empfindlichem Goldrand und feinen Malereien mehr präsentiert. Vielmehr herrscht eine Komposition unterschiedlicher Materialien, Farben und Formen vor. Dabei gelten bei der Auswahl der Objekte die es auf den Tisch schaffen die gleichen Kriterien wie beim Kauf von Lebensmitteln: Handgemacht, nachhaltig und umweltverträglich sollen sie sein.
Getreu dem Motto „Der beste Abfall ist der, der überhaupt nicht entsteht“ nutzen viele Designer zunehmend vermeidliche Reststoffe für ihre Arbeiten. So auch Ella Einhell, die Tierknochen aus Schlachthäusern und Krematorien für Glasobjekte, Glasuren und Porzellan verwendet.
Tierknochen sind ein leicht erhältlicher Reststoff, der in Ländern mit einem hohen Anteil an Massentierhaltung in großen Mengen verfügbar ist. In der Praxis werden die Tierknochen als Abfallprodukt deklariert und verbrannt. Ella Einhell mischt die Knochenasche mit Schleifschlamm aus der Fensterglasindustrie, um Vasen, Trinkgläser und andere Glasobjekte herzustellen.
Schleifschlamm ist ein feines Pulver das entsteht, wenn die Kanten von Glasscheiben geschliffen oder große Flächen geschnitten werden. Die Mischung aus den beiden Abfallprodukten ergibt ein einzigartiges Glas, das wahlweise transparent, opal oder undurchsichtig erscheinen kann.
Die unterschiedlichen Optiken folgen dabei der Tierart und vor allem der Haltungsform. So ergeben Rinderknochen von Tieren aus Massenhaltung einen kräftigen Grünton, wohingegen sich eine Freilandhaltung an opakem Glas ableiten lässt.
Mit der Arbeit „Pass the Bone“ zeigt Ella Einhell die Nutzbarkeit von Knochenasche als wiederkehrende Ressource für Glaswaren und Porzellan auf. Es ist möglich, Keramikprodukte mit einem Zuschlag von bis zu 50 Prozent Knochenasche ohne eine Minderung der Qualität zu erzeugen. Lokal verfügbare Ressourcen wie Kaolin, Feldspat und Quarz könnten so in Deutschland und anderswo geschont werden.
Den vollständigen Artikel findet man in der md Sonderausgabe „Küche“ 2023.
„Pass the Bone“-Glas war Teil der Ausstellung „Circular Dining Materials“ anlässlich der Ambiente 2023.
Bild: Bone Glass (Quelle: Ella Einhell)
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