
3D-Druckfilamente aus lokal produzierten Algen
Niederländische Designer versuchen den 3D-Druck nachhaltiger zu gestalten
24. Dezember 2017
Erik Klarenbeek und Maartje Dros, junge Designer aus den Niederlanden, haben in den letzten sechs Jahren ein für den 3D-Druck nutzbares Biomaterial auf Basis von Algen entwickelt. Antrieb für diese Entwicklung ist nicht nur eine Alternative zu den klassischen Kunststofffilamenten anzubieten. Vielmehr steht die CO2-Bilanz im Vordergrund. Beide Designer träumen von einem Material, das kein CO2 emittiert sondern sogar eine negative CO2-Bilanz aufweist. Schließlich absorbieren Algen während des Wachstums CO2 aus der Atmosphäre. Als Abfallprodukt entsteht hingegen saubere Luft.
Jedes zweite Sauerstoffmolekül aus unserer Atemluft stammt aus der Photosynthese von Algen
In ihrem Labor in den Niederlanden zeigen die Designer, das Algen ein lokal verfügbarer Rohstoff sind, die in Konkurrenz zu herkömmlichen erdölbasierten Kunststoffen treten können. Im Verlauf der letzten Jahre haben sie ihren Herstellungsprozess optimiert und eine Methode entwickelt, um lebende Algen zu kultivieren, zu trocknen und mit anderen natürlichen sowie lokal verfügbaren Zusatzstoffen sowie einem Biopolymer in ein druckbares Filament zu transformieren. Nach drei Jahren Algenforschung in Kooperation mit der Wageningen Universität (Avans Biobased Lab) in Breda wurden Klarenbeek und Dros eingeladen, ein offenes Forschungs- und Algenproduktionslabor bei der Luma Foundation in Arles (Frankreich) einzurichten. Seitdem produzieren sie an beiden Standorten zwar unterschiedliche lokal verfügbare Algenarten, verdrucken das Material jedoch in identische Produkte wie zum Beispiel Geschirr und andere Interiorobjekte.
„It’s about thinking beyond the carbon footprint: instead of zero emissions we need ‘negative‘ emissions.“ (Erik Klarenbeek und Maartje Dros)
Die Niederländer hoffen, dass sich diese Art der Produktionsweise in anderen Städten etabliert und somit ein umweltfreundliches Alternativmaterial für 3D-Druck-Shops angeboten werden kann. Die Druckdaten können via Internet weltweit abgerufen und verschickt werden, das Filament wird jedoch lokal produziert. Die ersten 3D-gedruckten Objekte aus dem lokal produzierten Filament können im Rahmen der „Change the System“ Ausstellung im Boijmans Van Beuningen Museum in Rotterdam zur Zeit begutachtet werden.
https://atelier-luma.org/projets/labo-algues
http://www.ericklarenbeek.com
http://www.maartjedros.nl
https://www.boijmans.nl/en/exhibitions/change-the-system
Bildquelle: Victor Picon
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