
Techtextil Innovation Awards 2026
Wegweisende Lösungen für globale Herausforderungen
17. April 2026
Die Gewinner der Techtextil und Texprocess Innovation Awards 2026 stehen fest. In zehn Kategorien wurden 17 internationale Preisträger für wegweisende Forschung, innovative Produkte und Materialien sowie neue Verfahren und Technologien ausgezeichnet. Die Innovationen liefern Lösungen weit über die Textilindustrie hinaus – unter anderem für Automobil, Luftfahrt, Medizin, Architektur und Bau sowie Robotik.
Textilinnovationen für High-Tech Anwendungen
Die Textilindustrie und viele ihrer Anwenderbranchen stehen vor beispiellosen Herausforderungen – die Preisträger der Techtextil und Texprocess Innovation Awards 2026 liefern Lösungen: Wie erschließen textile Innovationen neue, smarte und nachhaltige Anwendungen für Flugzeuge, Autos, humanoide Roboter, chirurgische Nähte und Gebäude?
Wie werden synthetische Textilien kreislauffähig? Wie revolutioniert KI die textile Wertschöpfungskette? Wie lässt sich die Abhängigkeit von PFAS und fossiler Chemie verringern und die Textilproduktion weiter automatisieren? Antworten auf diese und weitere zentrale Zukunftsfragen liefern die 17 Preisträger der Techtextil und Texprocess Innovation Awards 2026.
Textilien veredeln ohne PFAS
Per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen, kurz PFAS, verleihen Funktions- und Outdoor-Textilien wasser-, öl- und schmutzabweisende Eigenschaften. Doch die sogenannten Ewigkeitschemikalien stehen wegen ihrer Umwelt- und Gesundheitsrisiken weltweit unter regulatorischem Druck – von EU-weiten Beschränkungen bis hin zu nationalen Verboten.
Dass die Textilbranche intensiv an PFAS-freien Ausrüstungsalternativen arbeitet, zeigt „EC0Tex“: Mit dem neuen Verfahren lassen sich sowohl unelastische als auch hochelastische Garne ohne PFAS und Frischwasser dauerhaft wasserabweisend und schnelltrocknend veredeln.
Basis des patentierten EC0Tex-Verfahrens ist eine Plasmaanlage des Projektpartners Empa: Sie nutzt Trockenplasma – ein reaktives Gas, das physikalisch einem Polarlicht ähnelt –, um jedes Einzelfilament eines Garns mit einer hauchdünnen Organosilicium-Schicht zu umhüllen. Diese macht die Garne wasserabweisend und schnelltrocknend – und zerfällt am Ende ihres Lebenszyklus zu Siliziumdioxid, also Sand.
Details zum Verfahren unter: www.empa.ch
Nanoröhrchen für E-Autos, humanoide Roboter und Flugzeuge
Kohlenstoff-Nanoröhrchen (Carbon Nanotubes, kurz CNTs) sind mikroskopisch kleine Zylinder aus Kohlenstoffatomen mit bemerkenswerten Eigenschaften: Sie sind bis zu 100-mal fester als Stahl, elektrisch leitfähig und federleicht. Ihr Potenzial kommt bereits in Lithium-Ionen-Batterien, Elektronik und Sportgeräten zum Einsatz. Das südkoreanische Nanotechnologie-Unternehmen aweXome Ray will CNTs nun für die Textilindustrie nutzbar machen.
Dafür hat das Unternehmen ein spezielles Direktspinnverfahren entwickelt: Es bringt die bislang vor allem als Pulver oder Pasten verfügbaren CNTs erstmals in skalierbare, textilkompatible Endlosfasern und Vliesmembranen. Diese lassen sich mit Textiltechniken wie Verzwirnen, Flechten und Laminieren verarbeiten. Mögliche Einsatzfelder reichen von Bordnetzen in E-Autos, Flugzeugen und humanoiden Robotern über EMI-Abschirmungen bis hin zu Sitzheizungen und Smart Textiles.
Wenn Holz strickbar wird
Jährlich fallen weltweit 50 bis 70 Millionen Tonnen Lignin an. Das Biopolymer, das als „Klebstoff der Natur“ Pflanzen und Bäumen Stabilität verleiht, entsteht als Nebenprodukt der Papier- und Zellstoffindustrie – und wird bislang meist verbrannt. Wie sich das Potenzial für nachhaltige Textilmaterialien nutzen lässt, zeigt das Stuttgarter Designbüro spek Design: Gemeinsam mit den Deutschen Instituten für Textil- und Faserforschung Denkendorf (DITF) sowie den Firmen Tecnaro und Buck entstand „FormLig – Gestricktes Holz“.
Das neue Verbundmaterial kombiniert Garne aus nachwachsenden Rohstoffen wie Zellulose mit einer Lignin-Beschichtung. Es lässt sich auf Strickmaschinen zu flachen oder schlauchförmigen Gestricken verarbeiten, die anschließend erhitzt, in individuelle Form gebracht und final fixiert werden. Mögliche Anwendungen reichen von Verpackungen und Möbeln bis hin zu Forst- und Gartenbau, etwa als kompostierbarer Baumwuchsschutz.
Die techtextil findet vom 21.-24. April 2026 in der Messe Frankfurt statt: www.techtextil.messefrankfurt.com
Sämtliche Gewinnerbeiträge der Techtextil und Texprocess Innovation Awards 2026 findet man unter: www.techtextil.messefrankfurt.com
Bild: Empa-Forscher Dirk Hegemann entwickelt Plasma-Beschichtungsverfahren für umweltfreundliche Textilien. (Foto: Empa)
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