Ubiquitous Window - Transparente Solarfenster

Glasfassaden mit transparenten Solarfenstern

US-Unternehmen macht aus herkömmlichen Glasscheiben kleine Kraftwerke

27. Februar 2022

Der Klimawandel wird zum alles entscheidenden Bewertungskriterium für eine Vielzahl von Innovationen. Im Jahr 2021 sind die Kosten für Solarenergie derart gesunken, dass keine Argumente mehr für einen Weiterbetrieb von Kohle- und Atomkraftwerken bestehen. Das US-amerikanische Start-Up Ubiquitous Energy hat in den letzten Jahren eine Technologie zur Energiegewinnung an Fensterglas entwickelt.

Smarte Solarfenster sind von konventionellen nicht zu unterscheiden

Die Schäden, die durch den Klimawandel verursacht werden, sind nicht erst seit der Flutkatastrophe im Ahrtal real und vor allem quantifizierbar. Laut Aussage der Bundesregierung sollen die verursachte Schäden durch die Flutkatastrophe in den betroffenen Gebieten Deutschlands eine Höhe von 29,2 Milliarden Euro erreicht haben.

Wer jetzt noch die Frage nach den Kosten der Transformation in regenerative Energietechnologien stellt, hat den Ernst der Lage nicht verstanden. Vor allem da bereits jetzt bereits Strom von Sonne, Wind und Wasser vielerorts günstiger ist als der mit fossilen Brennstoffen erzeugte.

“In Staaten einschließlich China, Indien und Deutschland ist es jetzt billiger, ein neues, großes Solarkraftwerk zu errichten, als ein bereits existierendes Kohle- oder Gaskraftwerk weiter zu betreiben.” (BloombergNEF)

Das bedeutet nicht mehr und nicht weniger als das Ende der Kohleverstromung und der Nutzung von Atomreaktoren. Je schneller uns der Umstieg auch in Deutschland gelingt, umso besser für unseren Geldbeutel.

So stellen die Autoren einer im September 2021 publizierten Studie der University of Oxford fest, dass “ein langsamerer Übergang (der langsamere Umstellungsraten vorsieht als die aktuell vorherrschenden) teurer, und ein auf Nuklearenergie basierender Übergang wesentlich teurer wird.”

Ubiquitous Energy - Solarfenster

Mit Blick auf diese Zahlen werden Technologien interessant, die eine Steigerung zur Nutzung regenerativer Energien auch in Bereichen vorsieht, die bislang keine hohe Bedeutung dafür haben, wie zum Beispiel das Gewinnen von Solarenergie an Fahrradwegen, Fußwegen oder Autodächern.

Mit der Technologie von Ubiquitous Energy kommt eine Möglichkeit hinzu, um auch Fenster bzw. Glasfassaden als Energieproduzenten zu verstehen. Gegründet von einer Gruppe von Ingenieuren und Wissenschaftlern des MIT und der MSU.

Ubiquitous Energy hat eine Beschichtungstechnologie für Glasflächen entwickelt, mit der sich elektrische Energie an Glasscheiben gewinnen lässt. Nach Unternehmensinformationen sind mit der UE Power™-Technologie ausgestattete Solarfenster nicht von konventionellen zu unterscheiden.

Damit steht der Bauindustrie nun ein weiteres Instrument zur Verfügung, die durch den Betrieb von Gebäuden verursachten Emissionen zu reduzieren. Für Wohngebäude bieten sich mit der Technologie die Realisierung so genannter “Smart Windows”, Solarfenster mit integrierter Stromversorgung, die sich nahtlos in das Smart-Home-System einfügen lassen.

Die mit der UE Power™-Technologie ausgestattete Solarfenster sind etwa 30 Prozent teurer als herkömmliche. Jedoch werden sich die Mehrausgaben mittel- bis langfristig bezahlt machen. Ubiquitous Energy geht davon aus, dass wenn die jährlich weltweit verbauten 20 Milliarden Quadratmeter Glas zur Stromerzeugung genutzt werden würde, sich die globalen Emissionen um 10 Prozent senken ließen.

www.ubiquitous.energy

Bild oben: Fassade mit Solarfenstern am Firmensitz in Redwood City (Quelle: Ubiquitous Energy)

Bild unten: Beschichtung wandelt unsichtbares ultraviolettes und infrarotes Licht in elektrischen Strom um (Quelle: Ubiquitous Energy)