Baumaterialien mit Kreislaufdenken

Green Critic Kolumne

md Magazin
3-2019

Verlag

Konradin Medien (Stuttgart)

Gesamter Artikel im MD Magazin

Einige Werkstoffentwicklungen von Wissenschaftlern, Architekten und Designern machen Hoffnung, dass eine stärkere Orientierung auf Materialkreisläufe zur Reduzierung von CO2-Emissionen im Baugewerbe führen wird.

Fliesen als Unikate

Bauabfälle wie Kacheln, Beton oder Glasscherben zählen mengenmäßig zu den größten Abfallgruppen in Deutschland. Im Jahr 2014 fielen gut 54,6 Millionen Tonnen Bauschutt an. Obwohl etwa vier Fünftel davon recycelt werden und ein weiterer Teil als Schüttgut im Straßenbau Verwendung findet, belastet die Menge, die jährlich auf den Deponien landet, die vorhandenen Kapazitäten. Grund genug für Entwickler, Architekten und Designer, sich des Themas anzunehmen und nach Lösungen für neue Materialien zu suchen, die dem Kreislaufgedanken gerecht werden oder in denen natürliche Bestandteile herkömmliche ersetzen.

Die junge Designerin Lea Schücking aus Kassel beispielsweise zeigt mit ihrer Arbeit „Shards“, wie sich unter Verwendung von Reststoffen auf Bauschutthöfen Fliesen als Unikate mit außergewöhnlicher Oberflächenstruktur und Haptik erzeugen lassen. Dazu zerkleinert sie Ziegel und Altglas, mischt die Bestandteile und brennt das Materialgemisch zu neuen Fliesen.

Dass sich auch natürliche Reststoffe aus der Agrarwirtschaft für die Herstellung von Baustoffen nutzen lassen, zeigen einige spannende Entwicklungen für Beton, mit denen sich neben dem Einsatz von Primärmaterial vor allem die CO2-Emissionen reduzieren lassen.

www.shardstiles.com

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Bild: Fliesen aus Bauabfall (Design: Lea Schücking)