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Publikationen & Interviews

Wiese wird Papier

Gras als alternatives Fasermaterial

Wiese wird Papier Gras als alternatives Fasermaterial

Februar 2017

Design Report 1-2017

Rat für Formgebung Medien GmbH

 

Autorin: Diana Drewes

 

 

Das Unternehmen Creapaper aus Hennef nutzt Gras als alternatives Fasermaterial für die Herstellung von Papieren. Die Besonderheit: Gras wächst schnell und muss nicht mehr chemisch aufbereitet werden.

 

Den Hauptbestandteil von Papier bilden Fasern aus Holz, die in einem mechanisch chemischen Prozess in Zellstoff umgewandelt werden. Es entsteht ein zäher Brei, der je nach gewünschter Papierart mit Zusatzstoffen wie Leim oder Bleichmittel versehen wird. Zwar besteht heute Papier in der Regel nur noch zu einem Bruchteil aus frischem Holz, doch hochwertige Papiersorten benötigen auch im Zeitalter des Papierrecyclings frische Holzfasern. Dafür eignen sich Nadelhölzer wie Fichte, Tanne oder Kiefer. Ihre langen Fasern sorgen im Verbund mit den meist sehr kurzen und brüchigen Recyclingfasern aus Altpapier für die nötige Festigkeit. Das frische und zerkleinerte Holz muss jedoch zunächst in einer Säurelösung gekocht werden, um das verholzende Lignin herauszulösen und die Pflanzenfasern freizulegen. Die nun holzfreien Fasern werden als sogenannte Primärfasern in den Brei aus recycelten Papierfasern zugeführt.

 

Creapaper hat nun eine Möglichkeit entwickelt, mit dem Rohstoff Gras neues Papier nachhaltiger herzustellen. Denn alleine für den deutschen Papiermarkt werden jährlich immer noch über 4 Millionen Bäume gefällt. Durchschnittlich 230 kg Papier verbraucht der Deutsche im Jahr, Tendenz steigend. Experten aus der Branche rechnen mit einem jährlichen Zuwachs von bis zu 5%.

 

Als Preisträger des diesjährigen "StartGreenAwards" setzt Creapaper Gras aufgrund des geringen Ligninanteils ohne chemische Aufbereitung für die Papierherstellung ein. Das Unternehmen bezieht den schnellwachsenden Rohstoff von Bauern aus der Umgebung. Überschüssiges Heu wird mittels Druckluft gereinigt, je nach Endprodukt zerkleinert und zu Paletten verpresst. Diese können nun in den herkömmlichen Produktionsprozess zugeführt werden. Der Grasanteil kann bei Verpackungskarton bei bis zu 51% betragen.

 

www.designreport.de

 

 

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