haute innovation

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Stadt als Mine

Wohnmodul im Forschungsgeäude NEST zeigt Wege für die Kreislaufwirtschaft der Zukunft auf

August 2018

Design Report 4-2018

Rat für Formgebung Medien GmbH

 

 

Zusammenbauen, zerlegen, neu zusammenbauen: Ein Wohnmodul im Forschungs- und Testgebäude NEST der Empa zeigt, wie nachhaltiges Bauen in geschlossenen Kreisläufen funktioniert.

 

Mit jeder Meldung über Allzeit-Temperaturrekorde, über Kunststoffabfälle in den Ozeanen oder Probleme bei der Beschaffung einzelner Ressourcen, wird deutlich, dass wir unser Konsumverhalten radikal verändern müssen. Die steigende Weltbevölkerung bedingt eine Abkehr von einer Wegwerfmentalität hin zu einem Verständnis nach Mehrfachnutzung, Rezyklierbarkeit und Kreislauffähigkeit eingesetzter Materialien und Ressourcen. Die Wunschvorstellung von einer Circular Economy macht auch vor der Bauindustrie nicht Halt und befördert Ideen danach, Gebäude in Zukunft als Materiallager zu verstehen, in denen die eingesetzten Rohstoffe für einen Zeitraum zwischengelagert werden, um sie an anderer Stelle erneut zu gebrauchen.

 

Im Februar 2018 wurde im Forschungs- und Testgebäude NEST der Empa im schweizerischen Dübendorf ein Wohnmodul eingeweiht, das nach dieser Idee konzipiert wurde und vollständig aus wiederverwendbaren, rezyklierten oder kompostierbaren Materialien besteht. Das Konzept dazu stammt von Werner Sobek, Dirk E. Hebel und Felix Heisel und hat den eindrücklichen Namen UMAR (Urban Mining & Recycling). Werner Sobek ist Leiter des Instituts für Leichtbau Entwerfen und Konstruieren der Universität Stuttgart. Dirk E. Hebel hat im Jahr 2017 den Lehrstuhl im Fachgebiet Nachhaltiges Bauen am KIT Karlsruhe übernommen, Felix Heisel ist dort Forschungsverantwortlicher. „Das Wachstum der Weltbevölkerung sowie zur Neige gehende Ressourcen erfordern dringend ein Umdenken im Bauwesen“, resümiert Werner Sobek. „Wir müssen künftig mit sehr viel weniger Materialien für sehr viel mehr Menschen bauen.“ Die Bauwirtschaft wird sich in ihren Abläufen radikal wandeln müssen, um den Prinzipien des Kreislaufgedankens zu entsprechend. Dies betrifft zum einen die verwendeten Materialien zum anderen aber auch Oberflächenbeschichtungen und -behandlungen sowie die Art der Verbindungen der unterschiedlichen Werkstoffe. Denn am Ende der Lebensdauer müssen die zum Einsatz kommenden Materialien sortenrein und rückstandsfrei dem Gebäude entnommen werden können.

 

Den ganzen Artikel findet man im Design Report 4-2018. Leseprobe: www.designreport.de/magazin

 

 

 

Bild: Ansicht des NEST Gebäudes in Dübendorf nahe Zürich mit der fertig eingebauten UMAR Unit im 2. Obergeschoss (Foto: Zooey Braun, Stuttgart)

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