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Selbstreinigendes Aluminium
Nanooberflächen für die Kosmetikindustrie
23/2010
Das Anodisieren ist eine der bedeutendsten Techniken zur Veredelung von Aluminiumoberflächen. Sie basiert auf der hohen Reaktionsfreudigkeit von Aluminium mit Sauerstoff. Das Aluminiumbauteil wird positiv geschaltet in ein Bad mit einer Elektrolytlösung als negativem Pol getaucht. Ein Stromfluss setzt ein, infolgedessen sich in der Lösung positiv geladene Wasserionen bilden, die an der Oberfläche zu einer sehr harten und widerstandsfähigen Oxidschicht reagieren. Diese kann gefärbt werden und übernimmt eine dekorative Funktion. Aufgrund der durchschimmernden Transparenz der Eloxalschicht lassen sich Aluminiumbauteile färben, ohne dass sie ihren Metallcharakter verlieren.
Um der Beschichtung neben der Qualität zum Korrosionsschutz weitere funktionale Eigenschaften zu geben, ist es mittlerweile möglich, durch Mikrostrukturierung der Eloxaloberfläche und anschließender Behandlung mit einer Reagenz einen Selbstreinigungseffekt an Aluminiumteilen zu erzeugen. Aufliegende Flüssigkeiten werden von der keramisch anmutenden Oberfläche nahezu abgestoßen und weisen einen Kontaktwinkel von 160° mit einem sehr interessanten optischen Effekt auf. Die Seidel GmbH aus Marburg hat in ihrem Nanoforschungszentrum in Fronhausen diesen Effekt genutzt, um einen Cremetiegel mit selbstreinigenden Eigenschaften auszustatten. Aufliegende Flüssigkeiten werden von der keramisch anmutenden Oberfläche nahezu abgestoßen, sie weisen einen Kontaktwinkel von 160 Grad und einen sehr interessanten optischen Effekt auf. Das Verfahren wird derzeit für die großtechnische Produktion qualifiziert. Neben der Verwendung in der Kosmetik wären auch andere Produktszenarien denkbar.
Das Verfahren wird vorgestellt im Buch "Materialrevolution - Nachhaltige Materialien für Design und Architektur".








