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Künstliche Muskeln und vibrierende Folien

Elektroaktive Kunststoffe in Produktdesign und Fahrzeugbau

14/2011

Nach all den Jahren haben wir es lieb gewonnen, unser Mobiltelefon. Da der Wettbewerb mit dem Einstieg neuer Akteure in den Handymarkt immer größer wird, intensivieren die Hersteller nun ihre Bemühungen deutlich, sich mit neuen Angeboten vom Markt abzuheben. Insbesondere durch Aufkommen der Smartphones stieg die Vielfalt der Anwendungsoptionen enorm an. Elektroaktive Folien sorgen jetzt für eine neue Dimension, das taktile Empfinden von Informationen auf der Screenoberfläche. So hat die Artificial Muscle Inc. (Tochter der Bayer MaterialScience AG) im Februar 2011 einen Folienverbund mit einem elektroaktiven Polymer auf den Markt gebracht, der unter Einfluss einer elektrischen Spannung eine Formveränderung herbeiführt. Diese kann dann mit dem Finger gespürt und erspürt werden, was insbesondere für Gamecontroller und Touchpads einen Mehrwert bedeutet.

 

Anwendungen von elektroaktiven Kunststoffen wird große Zukunft vorausgesagt, denn sie eignen sich nicht nur in Nischenanwendungen und im Spielebereich für Produktinnovationen. So arbeitet der Wissenschaftler Daniel Jarr an der TU Hamburg-Harburg derzeit daran, dielektrische Elastomere im Fahrzeuginterior für die Polsterung von Automobilsitzen zu nutzen. „Aktuell sind wir Sitze gewohnt, die sich mit mechanischen Elementen, also Getrieben, Zahnrädern und Elektromotoren an die jeweilige Körperform und -größe anpassen lassen“, so Jarr. Die Komplexität dieser Konstruktionen unter Einsatz elektroaktiver Polymere zu reduzieren, ist Ziel der Forschungsarbeiten des Wissenschaftlers. Jarr sagt voraus, dass wir es in Zukunft mit sehr schlanken Sitzkonstruktionen zu tun haben werden, die viele Verformungsmöglichkeiten bieten werden. „Der Autositz der Zukunft wird mit aktiven Materialien und einem intelligenten Sensorsystem ausgerüstet sein, was die verschiedenen Einstellungen ermöglicht.“ Babyschalen und Kindersitze würden dann überflüssig. Wir dürfen also gespannt sein auf seine Forschungsergebnisse, die Daniel Jarr am 25. Mai 2011 auf der internationalen Konferenz „Automotive Seating“ vorstellen wird.

 

www.artificialmuscle.com

www.mophie.com (Bildquelle)

 

 

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