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Airdrop
Bewässern mit dem Nebeltrinker-Käfer
77/2011
Ein hochinteressantes Bewässerungssystem für trockene Regionen dieser Welt, das auf den Prinzipien der hydrophilen Haut des Namib-Schwarzkäfers basiert, wurde im November 2011 mit dem James Dyson Award ausgezeichnet. Mit seiner mikroskopisch kleinen Hautstruktur ist das Insekt in der Lage, Wasser aus der Luftfeuchtigkeit zu gewinnen und so selbst in trockenen Wüstenregionen zu überleben. Tautröpfchen haften an der Haut an, sammeln sich auf der Wasser anziehenden Oberfläche und perlen auf dem Chitin haltigen Panzer in seinen Mund ab. Der australische Designer Edward Linacre hat das Prinzip des Käfers analysiert und auf ein Bewässerungssystem übertragen. Airdrop pumpt Luft durch ein unterirdisches Röhrennetz, setzt die Temperatur bis unter den Taupunkt herab und extrahiert die Feuchtigkeit aus der Luft. Pflanzen können diese dann direkt verwerten. Nach Berechnungen des Entwicklers ließen sich selbst in übertrockenen Regionen aus einem Kubikmeter Luft bis zu 11,5 ml Wasser gewinnen.
Auch am ITV in Denkendorf wird an der technischen Verwertung der Funktionsweise des Namib-Käfers gearbeitet. Hier entwickeln Wissenschaftler in Kooperation der Universität Tübingen ein 3D-Textil, mit dem in Küstennähe Wasser aus Nebelschwaden gewonnen werden kann. Je nach Region ließen sich mit einem Quadratmeter des neuen Gewebes etwa 3 Liter (Namib Wüste) bis rund 55 Liter (Südafrika) Wasser gewinnen. Das 2 Zentimeter dicke Material würde sich wie der Airdrop eignen, in Trockenregionen Brauch- und Trinkwasser zu gewinnen. Das Textil wäre auch geeignet, Schadstoffe aus der Luft zu filtern.








