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Mode aus Sojaseide und Kapokfasern

Vegan Fashion Award 2013 erstmals vergeben

53/2013

Aus Sicht der Tierschützer haben konventionelle Textilien aus tierischen Fasern, Leder oder Pelz ausgedient. Selbst Mischungen zwischen pflanzlichen und tierischen Fasermaterialien sind bei den Designern veganer Mode verpönt. In der Modeszene firmiert sich gerade eine neue Bewegung, in der sich gesellschaftliche Verantwortung und die Gestaltung verkaufsfähiger Mode nicht mehr ausschließen müssen. Einer der Vorreiter ist das 2009 in Berlin gegründete Label UMASAN, das sich auf die Fertigung veganer Mode spezialisiert hat. Die beiden Designerinnen verzichten dabei auf tierische Fasern und setzten Materialien wie Zellulosefasern mit angereicherten Algenmineralien, Sojaseide oder Strickwolle aus Meeresalgen ein.

 

Einen anderen Weg gingen die Entwickler von Brainshirt aus Fulda. Hier wurde unter Verwendung der Hohlfaser Kapok dem Anzug "Norfolk" nicht nur ausreichender Tragekomfort gegeben, sondern auch zusätzliche Funktionalität in den Stoff integriert. Denn die Lufteinschlüsse der Kapok-Faser wirken wie ein Klimapolster und transportieren aufgrund der Kapillarwirkung Feuchtigkeit schneller weg vom Körper, so dass sich der Trocknungsprozess im Vergleich zu konventionellen Stoffen beschleunigt. Es ist dem Unternehmen eine Funktionstextilie gelungen, die bis dato nur mit erdölbasierten Fasern möglich war. 

 

"Nachdem wir im Hemdenbereich sehr erfolgreich waren, haben wir erstmals auch schwerere Kapokgewebe für Herrenanzüge eingesetzt und sehr gute Erfahrungen gemacht. Zum einen ist der Anzug rein vegan, zum anderen sind die Trageeigenschaften vergleichbar mit Leinen, ohne allerdings das leinentypische extreme Knitterverhalten aufzuweisen", sagt brainshirt Gründer Matthias Hebeler.

 

Genäht wird der Anzug übrigens im Odenwald, nur knapp 100 Kilometer vom brainshirt Firmensitz in Fulda entfernt. Mit der lokalen Produktionskette bekennt sich das Unternehmen auch zu einem weiteren Grundsatz nachhaltiger Produktion, der regionalen zentraleuropäischen Fertigung.

 

Beide Entwicklungen wurden im Oktober 2013 mit dem erstmals vergebenen Vagen Fashion Ward für tierfreundliche Mode ausgezeichnet.

 

www.brainshirt.eu

www.umasan-world.com

www.peta.de

 

 

Bild: Vegane Mode unter Verwendung von Sojaproteinen (Quelle: Umasan)

 

 

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