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SimConDrill Filtersystem

Lasergebohrte Metallfolie zur Abscheidung von Mikroplastik aus Abwasser

5/2020

Im Auftrag des WWF untersuchte die University of Newcastle in Australien im vergangenen Jahr wie viel Mikroplastik der Mensch pro Woche im globalen Durchschnitt aufnimmt. Das Ergebnis der Studie "No Plastics in Nature: Assessing Plastic Ingestion from Nature to People" war erschreckend, denn jeder Mensch soll durchschnittlich 2.000 Mikroplastikteilchen pro Woche in sich aufnehmen. Das entspricht etwa dem Gewicht einer Kreditkarte von 5 Gramm. Hochgerechnet auf ein ganzes Jahr kommt man auf über 250 Gramm Mikroplastik pro Person.

 

Löcher mit einem Durchmesser von 10 Mikrometern in 200 Mikrometer dünne Metallfolien

 

Mikroplastik findet sich mittlerweile überall auf der Welt. Es belastet die Luft, die wir atmen, Nahrungsmittel die wir täglich essen und sogar unser Trinkwasser. Über Kosmetikprodukte und Abwasser von Waschmaschinen gelangen selbst in Industrieländern stetig neue Mikroplastikteilchen in Flüsse und Meere. Bislang gelang es leider noch nicht, einen Filter zu entwickeln, der die mikroskopisch kleinen Teilchen zuverlässig auffängt. Abhilfe soll durch das Projekt SimConDrill geschaffen werden, in dem 5 Verbundpartner an einem langlebigen Filter zur Extraktion von Mikroplastik auch aus großen Wassermengen arbeiten.

 

Mit einem Zyklonfilter, der mittels physikalischer Fliehkraft feste Bestandteile aus dem Abwasser filtert und durch lasergebohrte Löcher einer Metallfolie drückt, präsentiert das Konsortium nun das Ergebnis. Das Filtermodul kann aus großen Mengen Wasser Partikel von einer Größe von bis zu 10 Mikrometern herausfiltern. Zusammen mit dem Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT hat die LaserJob GmbH an einer Technologie gearbeitet, die es ermöglicht, Laserbohrungen an Metallfolien einzubringen. Die besondere Herausforderung lag nicht nur im extrem geringen Lochdurchmesser sondern auch in der Anzahl der Bohrungen, um das Wasser schnell und zuverlässig zu reinigen. 

 

Als Basis für die neue Filtergeneration dient ein Zyklonfilter der Klass-Filter GmbH, der im Inneren mit der perforierten Folie ausgekleidet wurde. Große Wassermengen werden dabei durch den lasergebohrten Filter im Zyklon nach Innen gedrückt und die mit dem Wasser transportierten Partikel abgeschieden. Durch seine spezielle Technik ist dieser verstopfungs- und wartungsfrei und kein Wegwerffilter. Zur Erhöhung der Wirtschaftlichkeit untersuchen die Wissenschaftler zudem den Einsatz einer Multistrahlbearbeitung mit mehr als 100 Teilstrahlen.

 

Der SimConDrill-Filter ist für den Green Award 2020 nominiert. Bis zum 14. Februar kann man das Projekt mit einem Klick auf der website des Awards unterstützen: www.greentechfestival.com/awards/#voting

 

www.simcondrill.de

 

 

 

 

Bild: Zentraler Bestandteil des SimConDrill-Zyklonfilters – 200 Mikrometer dünne Metallfolien mit lasergebohrten Löchern von 10 Mikrometern Durchmesser (Quelle: Fraunhofer ILT)

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