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Liquid Power

Maschine wandelt Plastikmüll aus dem Meer zurück in Öl

75/2015

Dass in unseren Weltmeeren Unmengen an Zivilisationsmüll in Form von Kunststoffresten herumtreiben, ist seit Ende der Neunziger Jahre bekannt. Um welches Ausmaß es sich handelt, wird erst durch neue Messinstrumente stetig auf den aktuellen Stand gebracht. Die Tage, an denen Plastik als das neue Wundermaterial gehypt wurde, sind längst vorüber. Vielmehr hat es sich zu einem ökologischen Alptraum entwickelt! Kunststoffmüll überflutet unsere Müllhalden, verdreckt die Weltmeere und überzieht ganze Landstriche.

 

Knapp ein Liter Öl aus einem Kilogramm Kunststoff

 

Erste Reaktionen in Form von Verboten von Kunststofftüten folgten in vielen Ländern. Doch auch in Regionen, wo die Politik noch keine Regulierung eingeführt hat, ist ein verändertes Konsumverhalten vorzufinden. So gibt es mittlerweile "Unpacked Supermärkte", Juteeinkaufstaschen zur Miete oder kompostierbare Verpackungen. Die Devise: Wo kein Müll anfällt, hat man auch keine Probleme damit.

 

Die Herausforderungen, die bestehenden Müllberge, wie zum Beispiel in unseren Meeren, zu entfernen, bleiben jedoch bestehen. Erste Lösungsansätze gab es in den letzten Jahren einige. So entwickelte der junge Holländer Boyan Slat ein riesiges Schlauchsystem mit integrierten Netzen, das die schwimmenden Müllberge abfischen kann. Doch was geschieht anschließend damit?

 

Hier setzt ein Japaner mit einer innovativen Maschine an, die er kürzlich im TEDx Tokio Salon vorstellte. Seine Vision ist es, dass in Zukunft in jedem Haushalt mit Hilfe seiner Maschine, Kunststoffreste in Öl zurückgewandelt werden. Dieses könnte zum Beispiel zum Heizen Verwendung finden oder als Ergänzung für Hybridantrieben in den Elektrofahrzeugen der Zukunft. Es klingt ein wenig wie der "Fluxkompensator" in dem Film "Zurück in die Zukunft".

 

Akinori Ito fischt sich gut 1 Kg Plastikmüll aus seiner Mülltonne, wirft sie in die Maschine und nach kurzer Zeit kommt am anderen Ende fast 1 Liter Öl heraus. Durch Erhitzen des Plastikmülls entstehen Gase, die Ito mit kaltem Wasser herunterkühlt. Am Ende des Destillationsprozesses steht eine flüssige bräunliche Masse. Das Besondere: Der verwendete Kunststoffmüll muss nicht sortenrein getrennt werden. Eine gute Weiterverarbeitungsmethode für den abgefischten Kunststoffmüll aus unseren Weltmeeren!

 

Die Anlage vertreibt Akinori Ito über die Website seines Unternehmens Blest. Dort gibt er auch weitere technische Details sowie Informationen zu bereits umgesetzten Projekten: www.blest.co.jp

 

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