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Straßen aus Kunststoffmüll

Niederländischer Unternehmer schlägt Bauvorhaben zur Beseitigung der Plastikabfälle im Meer vor

39/2015

Jüngst hat die NASA eine Simulation veröffentlicht, an der man erkennen kann, wie die unfassbar große Menge von 142 Millionen Tonnen Plastikmüll über die letzten Jahrzehnte ins Meer gelangt ist. Laut Berechnungen der Vereinten Nationen kommen jährlich zwischen 4,8 und 12,7 Millionen Tonnen dazu. Da sich die Kunststoffe im Meer nur sehr langsam zu kleinen Partikeln zersetzen, aber sich in der Natur auf biologische Weise nicht abbauen können, suchen Forscher, Wissenschaftler und Unternehmer weltweit nach Lösungen, den Kunststoffmüll einzusammeln und anderweitig zu verwenden.

 

Plastic Road ohne Schlaglöcher

 

Ein sehr interessanter Vorschlag, der auf die Lagerung des Abfalls abzielt, kommt aus den Niederlanden von der Unternehmensgruppe Volker Wessels. So solle der Plastikmüll als Ersatz für Asphalt dienen und den Bau hohler Module für den Straßenbau ermöglichen. Die so genannte "Plastic Road" würde nicht nur einen positiven Effekt auf die Umwelt haben, sondern auch einige beachtliche Vorteile gegenüber dem klassischen Straßenbelag aufweisen. Denn mit den geplanten Kunststoffmodulen würden sich Baudauer und -kosten für einen Verkehrsweg deutlich reduzieren lassen. 

 

Die leichten Module würden hohl ausgelegt und Rohre sowie Kabelleitungen aufnehmen können. Das Problem von Schlaglöchern würde entfallen und der durch die Fahrgeräusche entstehende Straßenlärm durch die Schalldämpfung an der Oberfläche der Module auf ein Minimum reduziert. Volker Wessels geht von einer Haltbarkeit der Module von rund 50 Jahren aus. Die Kunststoffe würden Temperaturen in einem weiten Bereich zwischen -40 und +80 °C aushalten können, ohne zu reißen. Sensoren zur Verkehrdatenmessung oder Piezogeneratoren zur Rückführung von Energie aus der Druckbelastung der Fahrbahn bei vorbeifahrenden Autos könnten in den Kunststoff integriert werden und aus einem Straßenbelag eine smarte Fahrbahn machen.

 

Gesammelt werden soll der Kunststoff mit Filterinseln, die an verschiedenen Stellen im Meer aufgestellt werden sollen. Eine Kooperation mit dem von Boyan Slat ins Leben gerufenen "Ocean Clean-Up Project" ist angedacht. Die Stadtverwaltung in Rotterdam hat bereits ihr Interesse an der "Plastic Road" geäußert und möchte ein Testgelände für einen Fahrradweg zur Verfügung stellen, um erste wichtige Praxiserfahrungen zu sammeln. Für die Realisierung sucht das Unternehmen nach weiteren Partnern. Detailinformationen zum Vorhaben findet man unter:

 

www.volkerwessels.com

 

 

 

Bild: Plastikmodule als Asphaltersatz (Quelle: Unternehmensgruppe Volker Wessels)

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