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Naturinspirierter BuildBot

3D gedruckte Architektur reduziert ökologischen Fußabdruck

14/2014

Auf der Suche nach bahnbrechenden Innovationen neigen Unternehmen häufig dazu, eine wertvolle Quelle innovativer Ideen zu übersehen: die Natur - 3,8 Milliarden Jahre Evolution smarter Strategien. Eine neue, systematische Methode zur Erschließung der Kreativität der Natur und zur Einführung in Service, Architektur, Technik und Wirtschaft hat sich in den letzten Jahren herausgebildet: Biomimicry. Zunehmend gewinnt Biomimicry als Designdisziplin an Einfluss; es leitet von den Designstrategien und Funktionsmechanismen der Natur Produkt- und Service-Innovationen ab.

 

Generative Verfahren und 3D-Drucker, die im Rapid-Prototyping/Manufacturing vielfach zum Einsatz kommen, beruhen auf Designprinzipien der Natur und machen sich die Selbstorganisation natürlicher Systems zu Nutze. In Bezug auf additive Fertigungsprinzipien hat Biomimicry das Potential, einen entscheidenden Einfluss auf Technologieinnovationen zu nehmen und bahnbrechende Entwicklungen zu ermöglichen.

 

Dr. Arndt Pechstein, Gründer von Biomimicry Germany und phi360 in Berlin, verbindet Bio-Inspiration mit Design Thinking, um innovative Technologie-Trends vertikal zu implementieren. Ein Beispiel: Nachhaltiger Wohnraum wird eine unserer größten Herausforderungen der Zukunft sein, da die Bevölkerung der Erde exponentiell wächst und damit Klimaveränderungen und Umweltschädigung einhergehen. Das Hauptproblem in der Bauindustrie (10% des BIP) ist die Ressourcen-Ineffizienz. Herkömmliche Baustoffe und Technologien hinterlassen einen hohen ökologischen Fußabdruck und haben einen hohen Energieverbrauch. So trägt alleine die Herstellung von Zement zu 7-9 % der globalen CO2-Emissionen bei. Auf Gebäude entfallen etwa ein Drittel des weltweiten Energieverbrauchs.

 

In einem Projekt versucht Biomimicry Germany Mechanismen additiver Fertigung zu nutzen, um in einem revolutionären Aufbauprozess Gebäude mit Funktionalitäten aus der Natur zu drucken. Inspiriert wurde das Biomimicry Team dabei von der Art und Weise, wie Vögel ihre Nester bauen. Das Team ist der Meinung, dass biomimetische Systeme zu einer saubereren und effizienteren Bauwirtschaft führen werden. Im Rahmen des Projekts wird derzeit ein Biomaterial und ein BuildBot-System entwickelt und zertifiziert. Dr. Arndt Pechstein wird die Ansätze am 12. März 2014 im Rahmen unseres Abendevents zu generativer Fertigung für Design und Architektur im HAUTE INNOVATION Circle vorstellen.

 

Das interdisziplinäre Biomimicry Team setzt sich zusammen aus:

Gerard Webb (Design & Konzept)

Dr. Prateep Beed (Projektmanagement)

Dr. Arndt Pechstein (Presse & Projektkoordination)

 

Weitere Infos zu den Ansätzen der Biomimicry Germany e.V. unter: www.biomimicrygermany.de

 

 

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16. Januar 2019, 13:00

imm cologne, The Stage, Halle 3.1, KölnMesse

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