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COBOT 3D-Drucker mit Doppelextruder

Offenbacher Industriedesigner entwickeln Präzisionsanlage für die additive Fertigung

COBOT 3D-Drucker mit Doppelextruder Offenbacher Industriedesigner entwickeln Präzisionsanlage für die additive Fertigung

44/2014

Er schnurrt leise vor sich und lässt Bauteile entstehen, Schicht für Schicht. Sein Name ist COBOT und jüngstes Indiz für eine umwälzende Veränderung unseres Verständnisses von Produkt, Entwicklung und Produktion. Seine Entwickler, Raoul Wilken, Nils Mayer und Marc Schömann, sind drei junge Industriedesigner aus Offenbach, die in den letzten 2 Jahren ihren eigenen Anteil an der "Generativen Revolution" der Industrie beigetragen haben. Denn COBOT ist ein 3D-Drucker, korrekter gesagt, eine FDM-Anlage! Und macht die Gestaltung und Herstellung von Produkten und Bauteilen am Arbeitsplatz oder im Büro möglich.

 

Material wird in Form eines Filaments der Anlage zugeführt, zu einer pastösen, fast flüssigen Masse aufgeschmolzen und Schicht für Schicht überall dort aufgetragen, wo es für die additive Produktion eines Bauteils benötigt wird. Die Daten kommen aus einem CAD-Programm, mit dem die Designer ihre eigenen Vorstellungen von Einrichtungs- und Haushaltsgegenständen, von Accessoires und Modeartikeln quasi in Echtzeit umsetzen können.

 

Dass die Offenbacher Industriedesigner nicht auf einen handelsüblichen 3D-Drucker oder einen Bausatz aus dem Internet zurückgegriffen haben, sondern sich eine eigene Maschine entwickelt wurde, lag in dem eigenen Qualitätsanspruch begründet. "Vergleichbare 3D-Drucker haben in der Vergangenheit unzuverlässig gearbeitet, die Bauteile waren nicht stabil genug", sagt Raoul Wilken. "Deshalb haben wir eine Lösung mit zwei parallelen Extruderdüsen entwickelt. Während die eine an der Stützstruktur arbeitet, setzt die zweite parallel dazu die Formteilgeometrie um." Die wenigen Bauteile machen den Druckprozess schneller, günstiger und im Vergleich zu anderen 3D-Druckern genauer. Es können sowohl die Standardmaterialien ABS, PLA, PVA und BioFila als auch exotische Werkstoffe wie Laywood, Laybrick, leitfähiges ABS oder flexibles PLA verarbeitet werden.

 

Da die Jungunternehmer sich hohe Qualitätsziele gesetzt haben und vornehmlich Ingenieure, Industriedesigner und Architekten als Zielgruppen ansprechen wollen, mussten einige technische Innovationen in der Anlage realisiert werden. So wurden in der gesamten Konstruktion Hochpräzisionsbauteile verarbeitet. In Kombination mit der geringen Teileanzahl und dem einfachen Aufbau wird das Qualitätsniveau von Lasersinteranlagen erreicht. Um die Produktivität zu steigern, können die Extruder auf einfache Weise getauscht werden und die Arbeitsplatte, auf der das Modell entsteht, muss nicht nach jedem Druckvorgang gewechselt werden. Das Verhältnis zwischen Bauraum und Einhäusung ist bei der Anlage ungewöhnlich groß. So ist ein Verkaufspreis von € 4000 gerechtfertigt. Die Designer planen die Markteinführung im Frühjahr 2015. Bestellungen werden aber bereits ab September 2014 entgegengenommen.

 

www.cobot.de

 

 

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