haute innovation

Magazin » Energie

Synlight

Flugzeugtreibstoffe aus Sonnenlicht

Synlight Flugzeugtreibstoffe aus Sonnenlicht

17/2017

Die Zukunft der individuellen Mobilität wird von den meisten Experten in Elektroantrieben auf Basis regenerativer Energiequellen gesehen. Sobald die Stromgenerierung in Deutschland sich zu 100% aus Wind-, Wasser- und Sonnenenergie speist, wird es keine Argumente gegen die Elektromobilität mehr geben. Doch was ist eigentlich mit dem Flugverkehr? Für den Betrieb eines Passagierflugzeugs werden Treibstoffe mit hoher Energiedichte benötigt. Ein Elektroantrieb reicht hier nicht aus. Abhilfe soll nun eine Art künstliche Sonne liefern, mit der Wissenschaftler am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Jülich versuchen, umweltfreundliche solare Treibstoffe zu erzeugen.

 

Der größte künstliche Stern der Welt

 

Unter dem Namen Synlight wurde am 23. März 2017 ein Versuchsaufbau mit 150 Hochleistungsleuchten in Betrieb genommen, der mithilfe eines Metallkatalysators in der Lage ist, Flugzeugtreibstoffe aus Kohlendioxid und Wasser zu gewinnen. Die Lampen, die man normalerweise in Großkino-Projektoren verwendet, erzeugen dabei eine Strahlung, die 10.000 Mal so groß ist wie die auf der Erdoberfläche ankommende Sonnenstrahlung. Das Licht wird in der Großtestanlage in einer Weise fokussiert, dass Temperaturen von bis zu 3.500 °C und eine Leistung von maximal 380 Kilowatt erreicht werden.

 

Wasserstoff, das in der Natur lediglich chemisch gebunden vorkommt, wird in Jülich in einem direkten chemischen Prozess abgespalten. Die Xenon-Kurzbogen-Lampen sind auf einen Punkt ausgerichtet und bilden eine große künstliche Sonne. Unter Einwirkung der erzeugten Energie wird Metall auf eine Temperatur von etwa 800 °C erhitzt und Wasserdampf hinzugeführt. Das Metall oxidiert mit dem im Wasserdampf enthaltenen Sauerstoff. Wasserstoff wird freigesetzt. Das einfach klingende Verfahrensprinzip, ist bislang lediglich in Grundlagenuntersuchungen erfolgreich getestet worden. Es wird also noch einige Jahre dauern, bis wir ohne Gewissensbisse ein Flugzeug betreten können. Die Zeit wird aber kommen, davon sind die DLR-Wissenschaftler in Jülich überzeugt. An der Entwicklung eines Wasserstoffflugzeugs wird derzeit auch gearbeitet. Unter dem Namen HY4 ist es im Sommer 2016 das erste Mal erfolgreich in die Höhe gestiegen.

 

Aufbau der Synlight Versuchsanlage

Bild: Aufbau des Hochleistungsstrahlers Synlight mit neuen Testmöglichkeiten für die solare Chemie (Quelle: DLR)

 

Weitere Infos und Kontakt unter: www.dlr.de

zurück zur Übersicht

Publikationen

Fahrt frei für abfallfrei

Juni 2017

Materialinnovationen für eine geschlossene Kreislaufwirtschaft

weiterlesen

Vorträge

Materialien für eine dekarbonisierte Produktkultur

17. Januar 2018, 13:00–13:45

imm cologne, Vortragsforum "The Stage", Halle 3.1, KölnMesse

weiterlesen

Veranstaltungen

BUGA Materials Labyrinth

17. April – 6. Oktober 2019, Heilbronn

Werkstoffinnovationen für die Zukunft des Bauens

weiterlesen

Seitenanfang