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Shock Harvester und Spannungswandler für energetische Fitness

Energiegewinnung unter der Schuhsohle

42/2015

Die eigene Fitness und den Bewegungsradius mit der Messung der Schritte zu überprüfen, die man täglich vollführt, ist mit Smart Phone und Smart Watch mittlerweile möglich und erfreut sich steigender Beliebtheit. Die Gesellschaft möchte den Wohlstandskrankenheiten wie Diabetes, die auf falsche Ernährung und zu wenig Bewegung zurückzuführen sind, entgegenwirken. In Zukunft werden weitere Funktionen hinzukommen. So werden Fitnessgeräte und Sportschuhe die Energiegewinnung aus der Bewegung des Menschen ermöglichen und einen Beitrag zur Reduzierung unseres täglichen Energiebedarfs beitragen.

 

Ausdauersportler erzeugen Energie für die eigene Hautechnik

 

Einer der ersten, der die Möglichkeiten zur Energieerzeugung im Fitnessbereich erkannte, war René Eick. In seinem Fitnessclub GreenGym im Berliner Stadtteil Prenzlauer Berg stattete er seit 2009 insgesamt 18 Fahrräder und Stepper mit Spannungswandlern aus, die die Bewegungsenergie der Sportler für die Energieversorgung des Studios nutzen. Am Fahrrad-Ergometer treten die begeisterten Fitnesssportler im Schnitt mit 80 Watt in die Pedale. Damit kann ein Smart Phone gleich mehrfach aufgeladen werden. Eine Option, die René Eick gerne auch ermöglicht. So sind an den Trainingsgeräten Steckdosen angebracht, die zum Aufladen der Akkus genutzt werden können.

 

Ein ähnliches Konzept verfolgen die Entwickler der Hahn-Schickard-Gesellschaft in Freiburg. Dort wurde einem Laufschuh Elektronik integriert, die die beim Auftreten der Ferse anfallende Druckenergie "Shock Harvester" und die beim Laufen entstehende Schwungenergie des Beines "Swing Harvester" in elektrische Energie transformiert und in einer Batterie speichert. Beide Entwicklungen gehen auf das physikalische Prinzip der Induktion zurück. Dabei entsteht elektrische Energie durch die Bewegung eines Magnetfeldes entlang einer Spule. Auf diese Weise sollen Geräte, die den Puls oder die Schrittfrequenz messen, in Zukunft ohne Aufladen eines Akkus auskommen.

 

"Beide Harvester wurden im Rahmen von öffentlichen Projekten mit definierten Anwendungen entwickelt, der "Shock Harvester" um die Batterie eines Indoor-Navigationssystems zu laden und deren Lebenszeit zu erhöhen; der "Swing Harvester" als Teil eines sich selbst-schließenden Schuhs für bewegungseingeschränkte Menschen. Dabei erkennt der Schuh selbsttätig, wann der Benutzer ihn anzieht und schnürt sich zu bzw. öffnet sich automatisch bei Bedarf", erläutert Klevis Ylli (Projektleiter der Hahn-Schickard-Gesellschaft) die Entwicklung.

 

www.greengymberlin.de

www.hahn-schickard.de

 

 

Bild: Modell eines Shock-Harvesters (Quelle: Hahn-Schickard-Gesellschaft)

 

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