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Lageenergiespeicher

Innovative Ideen zu Zwischenspeichern bringen die Energiewende voran

Lageenergiespeicher Innovative Ideen zu Zwischenspeichern bringen die Energiewende voran

73/2015

Spätestens seitdem Automobilhersteller in den Energiemarkt einsteigen, scheint klar zu sein, dass die Treiber der Energiewende branchenfremde Unternehmen sein werden. Die Struktur und Innovationskraft der vier großen Energieriesen in Deutschland, ist offensichtlich nicht geeignet, den Umstieg auf regenerative Energiequellen umzusetzen. In Deutschland wurden im ersten Halbjahr 2015 95,6 Terawattstunden Ökostrom erzeugt. Der Anteil der großen vier Energieanbieter RWE, EnBW, Eon und Vattenfall lag bei gerade einmal zwölf Prozent.

 

Lageenergiespeicher basiert auf dem Anheben einer großen beweglichen Gesteinsmasse mit hydraulischen Pumpen

 

Die größte Herausforderung bei der Nutzung von Wind- und Sonnenenergie ist es, die Schwankungen über den Tag und die jahreszeitlichen Unterschiede auszugleichen. Denn in der Nacht erzeugen Photovoltaikanlagen bekanntlich keinen Strom. Und bei Stürmen im Herbst sind die Erträge von Windkraftanlagen so hoch, dass sie den Bedarf bei weitem übersteigen. Intelligente Zwischenspeicher werden benötigt, die diese Schwankungen auffangen können. Gerade hier kommen viele Automobilisten mit neuen Ideen und koppeln die Energiewende an die Mobilitätswende hin zur Elektromobilität:


- VW testet derzeit in Berlin die Möglichkeit, parkende Elektroautos als Energiespeicher für Haushalte zu verwenden und diese so miteinander zu vernetzen, dass Schwankungen bei Sonnen- und Windkraft aufgefangen werden können.

 

- Der US-Konzern Tesla hat einen Energiespeicher für Haushalte entwickelt, den er mit dem Hamburger Ökostromanbieter Lichtblick im deutschen Markt vertreibt. Das langfristige Ziel: Haushalte sollen unabhängig von großen Energieversorgern werden.

 

- Daimler startet Anfang 2016 den weltgrößten Batteriespeicher mit einer Leistung von 13 MW aus gebrauchten Akkus von Elektroautos. Etwa Tausend von Smarts der zweiten Generation stammende Batterien mit einem Alter zwischen 4-5 Jahren werden im westfälischen Lünen in Regalen gestapelt und verkabelt. Die Zweitverwertung der Akkus ist nicht nur umweltschonend sondern würde auch die Elektromobilität insgesamt günstiger werden lassen.

 

Ein Konzept für einen Zwischenspeicher, der einen ganzen Ort über einen längeren Zeitraum mit Energie versorgen kann, kommt von Prof. Eduard Heindl aus Stuttgart. Sein Lageenergiespeicher basiert auf der Idee einer aus seiner natürlichen Umgebung herausgelösten beweglichen Gesteinsmasse mit Wasserdruck anzuheben und bei Strombedarf die gespeicherte Energie wieder zurückzugewinnen. Herrscht Energiemangel, wird das unter hohem Druck stehende Wasser vergleichbar eines konventionellen Wasserkraftwerks durch eine Turbine geleitet und an einem Generator die potenzielle in elektrische Energie rückgeführt. Die Speichermenge hängt bei dem beschriebenen System von der Größe des Gesteinskolbens ab. Die Entwickler gehen davon aus, dass sich ab einem Durchmesser von 100 Metern der Betrieb eines Lageenergiespeichers lohnen würde. Die für den Bau benötigten Techniken sind aus dem Berg- und Tunnelbau bekannt und erprobt. Allerdings wurde bislang noch keine Anlage umgesetzt.

 

Nähere Angaben zu technischen Details, Wirtschaftlichkeit und Standortvoraussetzungen gibt die Heindl Energy GmbH auf der Website des Unternehmens.

 

www.heindl-energy.com

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