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Erste solaraktive Betonfassade Europas

Gebäude-integrierte organische PV liefert 500 kWh Energie im Jahr

18/2016

Die organische Photovoltaik gilt als nächster Entwicklungsschritt bei der Nutzung von Solarenergie. Der großer Vorteil ist, dass sich die solaraktiven Farben auf Folien drucken lassen und sich Systeme ergeben, die flexibel und transparent sein können. Vor allem für die Architektur würden sich zahlreiche neue Gestaltungsmöglichkeiten ergeben. Bislang galt der niedrige Energieertrag im Vergleich zu den siliziumbasierten PV-Modulen als Hindernis für einen breiten Markterfolg der OPV-Technologie. Jüngste Entwicklungserfolge machen Mut, dass sich dies bald ändern wird. Denn mit Europas erster Solarbetonwand am Hauptsitz der Firma RECKLI in Herne, weltweit führender Hersteller für architektonisch ansprechende Betonmatrizen, zeigt der Technologiepionier Heliatek, dass sich gebäude-integrierte organische PV-Systeme rechnen.

 

Erwarteter Energieertrag liegt 25% über der Siliziumtechnologie

 

Die solaraktive Betonwand ist das Ergebnis einer Kooperation von RECKLI und Heliatek. Bereits seit 3 Jahren arbeiten die beiden Unternehmen an smarten Fassadenlösungen, die unterschiedliche Betonstrukturen und OPV-Folien vereinen. Die Systeme von Heliatek haben bereits in der Vergangenheit gezeigt, dass sowohl bei bewölktem Himmel, als auch bei hohen Temperaturen deutlich mehr Energie erzeugt werden kann als mit vergleichbaren konventionellen Solarzellen. So liefert die Betonwand mit Süd-West-Ausrichtung bei einer installierten Leistung von 1 kWp im Jahr etwa 500 kWh Energie.

 

Die OPV-Technologie erlaubt zusätzlich einen breiten gestalterischen Spielraum für Planer und Architekten hinsichtlich Farbgestaltung und Layouts der Folien. Weltweit werden jährlich ca. 130 Mio. m² Betonfassade verbaut, ein enormes Potenzial für die organische Photovoltaik. "Bei dieser Pilotinstallation haben wir uns ganz klar auf die technische Umsetzung der Kombination von Solarfolien und Betonelementen konzentriert.", erklärt Peter Henning, Vertriebsleiter von RECKLI. "Hier wollen wir interessierten Architekten, Bauplanern und Bauherren zeigen, wie die Solarbeton-Zukunft aussehen wird."

 

Die gebäude-integrierte organische Photovoltaik (GIOPV) kann einen wichtigen Beitrag zur Stromversorgung liefern und damit die CO2-Bilanz vor allem in Großstädten mit vielen Bürogebäuden deutlich verbessern. Ein wesentlicher Vorteil bei der Verwendung von HeliaFilm® ist, dass sie ohne Kühlungs- oder Ventilationssystem optimal arbeiten. Für 2016 sind weitere Pilotprojekte mit RECKLI und Heliatek geplant. Die Markteinführung beginnt im zweiten Halbjahr 2017.

 

www.heliatek.com

www.reckli.de

 

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