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Strom produzierender Reifen

GoodYear präsentiert Lösung zur Rückführung von Energie an den Rädern eines Fahrzeugs

38/2015

Mit der Energiewende will die Bundesregierung schon lange nicht mehr nur den Ausstieg aus der Atomenergie schaffen sondern in 2050 vollständig auf regenerative Energiequellen auf Basis von Sonne, Wind und Wasser umgestiegen sein. Dies wird eine Umorientierung von bislang umweltbelastenden Systemen nach sich ziehen, die sich die industriellen Gesellschaften im 20. Jahrhundert geschaffen haben. In Bezug auf die Frage danach, wie wir in Zukunft mit unseren steigenden Anforderungen nach Mobilität umgehend, werden die Systeme in Zukunft vor allem eins sein: elektrobetrieben. Denn wenn die Stromversorgung zu 100 % auf regenerativen Quellen basiert, muss niemand mehr ein schlechtes Gewissen haben, längere Strecken mit dem eigenen Auto zurückzulegen.

 

Reifen wandelt Wärme und Deformationen in elektrische Energie um

 

Die Automobilbranche bereitet sich allmählich auf den nicht mehr aufzuhaltenden Wandel vor. So hat auch die deutsche Automobilindustrie im letzten Jahr die ersten Serienfahrzeuge mit Elektromotor auf den Markt gebracht. Auf der IAA 2015 hat Volkswagen gleich drei neue Elektroautos präsentiert. Vor allem für die Zulieferindustrie eröffnen sich durch die aktuellen Entwicklungen neue Innovationschancen. Einige Unternehmen machen bereits mit herausragenden Neuentwicklungen auf sich aufmerksam.

 

Der Reifenspezialist GoodYear beispielsweise hat auf dem diesjährigen Internationalen Automobil-Salon in Genf einen Strom produzierenden Reifen vorgestellt, der aus Wärme und Deformationen elektrische Energie gewinnen kann. Angesichts des weltweit zunehmenden Interesses an Elektrofahrzeugen erwartet GoodyYear, dass diese Art von Innovation bei der anhaltenden Diskussion über die Zukunft der Mobilität eine bedeutende Rolle spielen wird. Das GoodYear Innovation Center Luxembourg hat die Technologie als reine Konzeptstudie umgesetzt, um den internen Denkprozess anzuregen und neue Innovationsprozesse auszulösen. Es ist nicht geplant, den Reifen auf den Markt zu bringen.

 

"Wir haben den Strom produzierenden Reifen aus Überlegungen zu Energie- und Umweltfragen heraus entwickelt. Jede zukunftsweisende Idee hat ihren Ursprung in einer gesellschaftlichen Herausforderung", erläutert Jean-Pierre Jeusette, Leiter des GoodYear Innovation Centers in Luxembourg. "Wir sind fest davon überzeugt, dass die Entwicklung unsere Ingenieure inspirieren wird und dass die durch ihn gewonnenen Erkenntnisse in zukünftige Entwicklungen einfließen werden."

 

Beim Reifen wurden sowohl thermoelektrische als auch piezoelektrische Materialien verwendet, um so viel Energie wie möglich aus der Bewegung eines Fahrzeugs zurückzugewinnen. Der thermoelektrische Werkstoff wandelt die am Reifen entstehende Wärme, die von der schwarzen Textur innerhalb des Reifens im Stand durch Licht-/Hitze-Absorption und während der Fahrt durchs Rollreibung anfällt, in elektrische Energie um. An so genannten Piezoaktoren können zudem die durch mechanischen Druck entstehenden Strukturdeformationen in elektrische Energie gewandelt werden. Die verschiedenen Werkstoffe sind in ein 3D-Netz integriert und bilden die innere und gleichzeitig stützende Struktur des Reifens. Auf der 3D-Struktur liegt ein umlaufender Kanal, der die Aquaplaning-Widerstandsfähigkeit erhöht. Eine schallabsorbierende Lauffläche schließt den Aufbau des Reifens ab.

 

www.goodyear.eu

 

 

 

Bild: Goodyear Konzept-Reifen BH03 (Quelle: obs/Goodyear)

 

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